Stacheldraht, Gated Communities, Grenzen

  • Dienstag, 8. August 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 8. August 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 8. August 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Seit der Mensch sesshaft wurde, markiert er seine Grenzen. Manchmal deutlich wie am Eisernen Vorhang, manchmal kaum sichtbar wie an der Schengen-internen Grenze. Vom Stacheldraht bis zur Festung Europa.

1873 erfand der Farmer Joseph Gliddens den Stacheldraht. Er beendete die Bewegungsfreiheit für Indianer, Bisons, Cowboys und Vieh. Eingezäunt wurde in den USA – im übertragenen Sinn - auch in Städten und Gemeinden. Man unterschied zwischen investitionswürdigen A-Zonen mit weisser Bevölkerung bis zu D-Zonen, in denen die Verwaltung den afroamerikanischen Bewohnern kaum Infrastruktur bereitstellte.

«Sanfte Grenzen stehen für innere Sicherheit und Selbstvertrauen eines Staates, verschärfte und kontrollintensive Grenzen sind Ausdruck von Unsicherheit und der Vorstellung, von innen oder von aussen bedroht zu sein», sagt der Politikwissenschaftler Wilfried von Bredow.

Beiträge

  • "redlining" in Philadelphia 1937: Wohngebiete ethnischer Minderheiten wurden rot eingefärbt und ausgegrenzt

    Als Zäune Amerikas Weiten eroberten

    Der 1873 erfundene Stacheldraht hat in der US-Geschichte Spuren hinterlassen. Die Siedler nutzten ihn in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, um ihre Grundstücke zu umzäunen.

    Im übertragenen Sinn eingezäunt wurden im 20. Jahrhundert Wohngebiete in den USA. «Redlining» heisst die Praxis, eine Stadt in A-, B-, C- und D-Zonen zu unterteilen, denen beim Ausbau der Infrastruktur unterschiedliche Priorität zukam.

    Diese Geschichte der Ab- und Ausgrenzung endet bei Donald Trumps Idee eines Grenzzauns zu Mexiko.

    Arndt Peltner

  • Wilfried von Bredow

    Vom Limes bis zur «Festung Europa»

    «Grenzen. Eine Geschichte des Zusammenlebens vom Limes bis Schengen», so heisst das Buch, das Wilfried von Bredow, emeritierter Professor für Internationale Politik in Marburg, geschrieben hat.

    Er untersucht darin nicht nur aktuelle und europäische Grenzentwicklungen, sondern bezieht die Geschichte und andere Kontinente ein.

    Welchen Sinn haben nationale Grenzen angesichts der Globalisierung? Sind Grenzen einfach Schranken gegen Migrationsströme, Terrorismus und Kriminalität? Ein Gespräch.

    Raphael Zehnder

Autor/in: Arndt Peltner und Raphael Zehnder, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Christoph Keller