Synästhesie – die faszinierende Welt der verknüpften Sinne

  • Mittwoch, 8. Juli 2015, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 8. Juli 2015, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 8. Juli 2015, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Johanna Weckesser ist Synästhetikerin. Für die Berliner Gitarristin evozieren Klänge auch Farben und Formen. Im Gespräch mit Jodok Hess berichtet sie von ihrer bunten Bilderflut, die manchmal auch ein Fluch sein kann. Kommentiert wird das Gespräch vom Synästhesie-Experten Christopher Sinke.

Johanna Weckesser ist Synästhetikerin. Klänge haben für sie Farben und mehr als das: Sie evozieren zusätzlich auch Formen und eine Oberflächenstruktur. Im Gespräch mit Jodok Hess erzählt die junge Berliner Gitarristin, wie sie ihre Synästhesie im Alltag erlebt.

Sie erzählt von ihrem neuesten Projekt, bei dem sie die synästhetische Wahrnehmung explizit in Kompositionen übersetzt. Und sie erzählt auch davon, was es heisst, eine solche Bilderflut im Alltag eben nicht ausschalten zu können.

Das Gespräch von Jodok Hess mit Johanna Weckesser kommentiert einer der führenden Synästhesie-Experten aus Deutschland, Christopher Sinke.

Beiträge

  • Synästhetiker hören in Farbe.

    Wenn Buchstaben Farben haben

    «Johanna hat sehr viel Grau und Braun und Weiss - das Weiss kommt vom O.» Für Johanna Weckesser haben Buchstaben auch Farben. Und das ist nur eine der synästhetischen Wahrnehmungen der jungen Berliner Gitarristin.

    Eine faszinierende Begabung, die aber häufiger ist, als man gemeinhin annimmt, sagt der Synästhesie-Experte Christopher Sinke.

    Jodok Hess

  • Aus Musik entstehen für Synästhetiker Bilder.

    Musikstücke sind Bilder im Raum

    Wenn ein Musikstück vorbei ist, hat Johanna Weckesser ein ganzes Bild vor sich. Ein Bild, in das sie sogar hineinzoomen kann. Mithilfe ihrer Gitarre versucht Johanna Weckesser etwas zu erklären, was nur sie so sieht.

    Eine solche Sichtweise sei meist angeboren und lasse sich nur bedingt lernen, sagt der Synästhesie-Experte Christopher Sinke.

    Jodok Hess

  • Farbe im Ton: Johanna Weckesser erlebt Musik als Bilderflut.

    Synästhesie als Kompositions-Prinzip

    Lange wollte Johanna Weckesser die Synästhesie nicht nach aussen tragen. Sie wollte als Musikerin wahrgenommen werden, nicht als Synästhetikerin. Auch ihr aktuelles Programm trägt die Synästhesie nicht im Titel.

    In der Musik aber bezieht sie sich explizit auf ihre ständige innere Bilderflut. Mit erstaunlichen Resultaten. Warum die meisten Synästhetiker dies nur in eine Richtung sind, also bei Musik Bilder sehen, aber nicht umgekehrt, das erklärt der Synästhesie-Experte Christopher Sinke.

    Jodok Hess

  • Johanna Weckessers Wahrnehmung der Welt ist Segen und Fluch.

    Die Bilderflut als Bilderfluch

    In der Musik hat Johanna Weckesser gelernt, ihre Synästhesie zu nutzen. Im Alltag ist das Fokussieren manchmal etwas schwieriger, denn zuweilen überlagern die synästhetischen Eindrücke reelle Gefahren.

    Jodok Hess

  • Welche Wahrnehmung entspricht der Realität? Musikerin Johanna Weckesser.

    Was ist die Realität?

    Christopher Sinke beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit dem Phänomen der Synästhesie. Im Gespräch mit Bernard Senn kommentiert er die spezielle Synästhesie von Johanna Weckesser. Und erzählt, was man dank der Synästhesie-Forschung über das Bewusstsein lernen kann.

    Bernard Senn

Autor/in: Pascal Biber und Jodok Hess, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Dagmar Walser