Unbekannter Nachbar Algerien

  • Freitag, 7. Juli 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 7. Juli 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Freitag, 7. Juli 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Algerien, das grösste Land südlich des Mittelmeers, wird meist als verschlossen und abweisend wahrgenommen. Kontext hat Oran, die weltoffenste Stadt Algeriens besucht, mit jungen Universitätsabgängern gesprochen und den algerischen Schriftsteller Boualem Sansal zu einem Gespräch getroffen.

Seit über 50 Jahren verfolgt Algerien eine Politik der Abschottung. Auch für Journalisten ist es schwierig, das Land zu bereisen. Entsprechend wenig wird über Algerien berichtet; das Land ist ein unbekannter Planet.

Umso spannender ist ein Augenschein in der westalgerischen Stadt Oran. Die Stadt hat in den letzten zehn Jahren einen Bauboom erlebt und ihre Infrastruktur stark erneuert. Gleichzeitig bleibt das Land politisch und gesellschaftlich blockiert. Viele junge Menschen haben sich von der Politik abgewandt und setzen ihre Hoffnungen auf die weitere Modernisierung ihres Landes.

Buchhinweis:
Boualem Sansal: «2084 - Das Ende der Welt». Roman. Aus dem Französischen von Vincent von Wroblewsky. Merlin Verlag, Gifkendorf-Vastorf 2016

Beiträge

  • Oran – Algeriens Tor zu Europa

    Oran ist die weltoffenste Stadt Algeriens. Yves St. Laurent wurde hier geboren und Oran ist auch der Schauplatz von Albert Camus Roman «La Peste». Oran gilt auch als Hochburg des Rai. In den vergangenen Jahren ist in der Stadt sehr viel gebaut worden.

    Gleichzeitig verfallen ganze Quartiere der europäisch geprägten Altstadt.

    In einer Reportage aus Oran, in der junge Menschen aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten, aber auch Vertreter der Zivilgesellschaft zu Wort kommen, versucht Kontext der Stadt den Puls zu nehmen und zu verstehen, in welche Richtung sich Algerien entwickelt.

    Beat Stauffer

  • Deutsch lernen in Algerien

    An einem internationalen Kolloquium an der Universität Oran treffen sich Dozenten, Studierende und Expertinnen aus zahlreichen Ländern.

    Es geht um die Frage, welche Rolle interkulturelle Faktoren beim Erlernen von Sprachen zukommt. Am Kolloquium nehmen auch junge Germanisten aus Algerien teil. Sie erklären, weshalb sie deutsch gelernt haben, worin für sie die Faszination dieser Sprache besteht und welche beruflichen Möglichkeiten sie durch ihre Deutschkenntnisse gewonnen haben.

    Beat Stauffer

  • An der Universität in Oran finden sich erstaunlich weltoffene und optimistische junge Menschen.

    Stagnation und fehlende gesellschaftliche Debatten

    Algerien gilt als konservatives und verschlossenes Land. Doch an der Universität Oran hat Kontext erstaunlich weltoffene und optimistische junge Menschen angetroffen. Wie ist dies einzuschätzen?

    Kontext hat mit dem algerischen Schriftsteller Boualem Sansal über die gegenwärtige Verfassung seines Landes, über fehlende gesellschaftliche Debatten und über die schwierigen Beziehungen zwischen Europa und den Maghrebstaaten gesprochen. Sansal diagnostiziert eine verhängnisvolle Stagnation und ideologische Blockierung Algeriens und fordert eine Wiederbelebung der «Union für das Mittelmeer».

    Beat Stauffer

Autor/in: Beat Stauffer, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Christoph Keller, Cornelia Kazis