Undogmatisch diskutieren

  • Freitag, 1. Dezember 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 1. Dezember 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Freitag, 1. Dezember 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Ob politische Debatten oder Kommentare im Internet: Die Kontrahenten hören einander kaum zu, sie argumentieren wenig, sondern schlagen einander ihre Dogmen um die Ohren. Das ist nicht gut.

Ulrich Greiner, einst Feuilletonchef der «Zeit», fühlt sich als Konservativer in Deutschland heimatlos. Denn während der grossen Koalition mitteten sich Deutschlands Parteien ein. Und was rechts davon ist, behagt Greiner nicht.

Unbehaglich kann einem beim Beobachten politischer Diskussionen in der Tat werden. Da wird verzerrt, verschwiegen, abgelenkt und die Wirklichkeit so zurechtgelegt, dass sie sich mit den eigenen Dogmen deckt.

Jede Interessengruppe betrachtet die Realität durch ihre ideologische Brille - oder versucht sie «politisch korrekt» so zu schreiben, wie sie dem eigenen Wunsch entspricht. Lösungen bringen jedoch nur undogmatische Diskussionen.

Beiträge

  • Ulrich Greiner

    Als Konservativer heimatlos

    Ulrich Greiner, der einstige Feuilletonchef der Hamburger Wochenzeitung «Die Zeit», vermisst heute offene Diskussionen. Er hat CDU gewählt und es hinterher gleich wieder bereut. Als Konservativer fühlt er sich im heutigen politischen Spektrum «Heimatlos».

    So lautet der Titel der «Bekenntnisse eines Konservativen», die er unlängst veröffentlicht hat. Ein Gespräch.

    Michael Luisier

  • SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles

    Dogmen statt Argumente

    Die heutige SPD-Fraktionschefin will dem ehemaligen Koalitionspartner «auf die Fresse» geben, ein AfD-Politiker will «Merkel oder wen auch immer jagen». Wider alle Fakten streiten manche die Klimaerwärmung schlicht ab.

    Ein Berliner Historiker wird von einem trotzkistischen Grüppchen regelrecht gepiesackt. Ein Gedicht von Eugen Gomringer soll wegen «Sexismus» übermalt werden.

    Und im eidgenössischen Parlament fällt das Wort «Landesverrat». Parolen und Dogmen, Angriffe gegen die Person statt Argumente. Eine kleine Rundschau.

    Raphael Zehnder

  • Sarah Diefenbach

    «Die Political-Correctness-Ideologie»

    Zwei Wissenschaftler der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität, die Wirtschaftspsychologin Sarah Diefenbach und der Medieninformatiker Daniel Ullrich, haben ein Buch über «Political Correctness» geschrieben: «Es war doch gut gemeint».

    Aus ihrer Sicht zerstört die «Political Correctness» mit ihren Denkfiguren die freiheitliche Gesellschaft. Opfer- und Täterrollen werden aufgrund von Gruppenzugehörigkeit zugeteilt, und Doppelstandards sorgen dafür, dass es nicht das Gleiche ist, wenn zwei unterschiedliche Personen das Gleiche tun.

    Raphael Zehnder

Autor/in: Michael Luisier, Raphael Zehnder, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Sabine Bitter