Vom Sande verweht – prähistorische Kunst in der Westsahara

  • Mittwoch, 8. März 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 8. März 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 8. März 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Die Sahara war einst grün und belebt. Die Menschen ernährten sich von wilden Tieren und fanden Zeit, Steine einzuritzen und Felswände zu bemalen. Kontext reist in die Westsahara zu diesen vergessenen frühen Kunstwerken, die dem harten Klima ausgesetzt und von Raub und Zerstörung bedroht sind.

Die Westsahara ist nicht nur umkämpftes Wüstengebiet, sie ist auch eine Art Museum unter freiem Himmel. Denn einst lebten dort Menschen, die neben der Jagd auch Zeit und Musse hatten, Figuren in Steinplatten zu gravieren oder Felswände zu bemalen. Besonders beliebte Motive waren Elefanten, Giraffen und Nashörner – Tiere also, die in der Sahara schon lange nicht mehr leben.

Kontext reist zu diesen archäologischen Stätten und fragt: Was brachte diese vorzeitlichen Menschen dazu, Kunst zu machen? Wie kommt es, dass die Sahara früher grün war – und was ist dann geschehen?

Beiträge

  • Prähistorische Ritzzeichnungen auf einer Steinplatte in Sluguilla Lawash, Westsahara.

    Die Westsahara – ein Museum unter freiem Himmel

    Kontext reist in den Teil der Westsahara, den die sahrauische Rebellenbewegung Polisario kontrolliert. Dort ist militärisches Sperrgebiet, es gibt weder Strassen noch ein Handynetz, kaum Wasser, dafür Minen aus der Zeit des Krieges mit Marokko.

    Aber die Einöde ist voller archäologischer Kostbarkeiten: Ritzzeichnungen auf Steinplatten und Bilder auf Felswänden. Der sahrauische Archäologe Hossein Mohammed Ali, der Wächter dieses gigantischen Freilichtmuseums, zeigt uns diese Kunstwerke der Frühzeit.

    Judith Huber

  • Eine Steinplatte mit prähistorischen Ritzzeichnungen, von der ein Teil weggeschlagen und geraubt wurde. Sluguilla Lawash, Westsahara

    Von Zerstörung und Raub bedroht

    Der grösste Feind der prähistorischen Kunstwerke ist der Mensch. Dies gilt auch in der Westsahara. Zwar sind die Ritzzeichnungen und Felsbilder der natürlichen Erosion ausgesetzt, aber schlimmer ist, was der Mensch anrichtet.

    Nicht nur hat der Krieg Zerstörung gebraucht, auch werden Kunstwerke geraubt oder beschädigt – auch von den in der Westsahara patrouillierenden Uno-Soldaten. Internationale Unterstützung, um dieses Kulturerbe zu schützen, haben die Sahrauis kaum. Die Unesco will nicht mit ihnen zusammen arbeiten.

    Judith Huber

  • Prähistorische Felsbilder in Erkeyez, Westsahara.

    Vom Willen des Menschen, zu gestalten

    Warum eigentlich macht der Mensch Kunst - und seit wann? Und wie ist diese vorzeitliche Kunst zu werten?

    Gespräch mit dem Felsbild-Archäologen Tilman Lenssen-Erz von der Universität Köln.

    Judith Huber

Autor/in: Judith Huber, Moderation: Monika Schärer, Redaktion: Bernard Senn, Katharina Bochsler