Wachstumszwang? Schweizer Kunstmuseen werden immer grösser

  • Freitag, 15. April 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 15. April 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Freitag, 15. April 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Die Schweizer Museumslandschaft ist in Bewegung. Wer kann, legt zu. Das Basler Kunstmuseum macht den Anfang und eröffnet jetzt seinen Neubau, viele andere Häuser werden folgen. Aber: ist grösser wirklich besser? Wie baut man kluge Erweiterungen? Und was für Folgen hat der Trend zur Grösse?

Das Kunstmuseum Basel steht mit seiner Vergrösserung nicht alleine da: In der ganzen Schweiz sind ähnliche Projekte in Planung oder bereits im Bau. Im Sommer werden das erweiterte Kunstmuseum in Chur und das erweiterte Landesmuseum in Zürich eröffnet. Geplant sind auch Erweiterungen für das Kunsthaus Zürich, die Museen in Lausanne oder für die Fondation Beyeler.

Zieht mehr Grösse auch mehr Relevanz nach sich? Ist Wachstum für Museen die einzige Option? Und saugen die vergrösserten Grossen wie ein Staubsauger Publikum und Stiftungsgelder ab?

Kontext stellt Fragen, Museumsfachleute aus der ganzen Schweiz antworten.

Beiträge

  • Der Neubau des Kunstmuseums Basel

    Der Neubau am Kunstmuseum Basel

    In der Rekordzeit von sechs Jahren wurde das Bauprojekt zur Erweiterung des Kunstmuseums Basel geplant und umgesetzt. Für 100 Mio. Franken erhält das Haus mehr Ausstellungsfläche, kann nun grössere Sonderausstellungen planen und mehr von der Sammlung zeigen.

    Warum das Kunstmuseum wachsen musste, erläutert auf einem Rundgang durch die neuen Räume die Vizedirektorin Nina Zimmer.

    Ellinor Landmann

  • Die Architekten Christoph Gantenbein (l.) und Emanuel Christ (r.)

    Die Museumsarchitekten lieben Ecken und Knicke

    Als die Basler Architekten Emanuel Christ und Christoph Gantenbein als unbekannte Architekten den Wettbewerb für die Erweiterung des Landesmuseums gewannen, staunte die Fachwelt.

    14 Jahre später eröffnen die beiden als renommierte Architekten nicht nur das erweiterte Nationalmuseum in Zürich sondern auch das Kunstmuseum in Basel. Auffällig an beiden Bauten: die Freude an skulpturalen Treppen und Knicken.

    Was interessiert die beiden daran, bekannte Museen zu erweitern? Wie behielten sie in Zürich einen langen Atem und konnten in Basel im Rekordtempo bauen?

    Karin Salm

  • Auch bei kleineren Museen wie zum Beispiel in Chur sind neue Ideen gefragt.

    Ist Wachstum die einzige Option?

    Mit dem erweiterten Kunstmuseum Basel, den Plänen zur Erweiterung am Kunsthaus Zürich und an der Fondation Beyeler verändert sich die Schweizer Museumslandschaft massiv: Die Grossen werden grösser.

    Was bedeutet das für die vielen kleinen und mittleren Schweizer Häuser? «Nur keine Panik» – so der Grundtenor der Reaktionen von Judith Welter (Kunsthaus Glarus), Stephan Kunz (Kunstmuseum Chur) und Dieter Schwarz (Kunstmuseum Winterthur). Aber neue Ideen für die stärkere Konkurrenz um Publikum und Gelder sind gefragt.

    Ellinor Landmann

Autor/in: Ellinor Landmann und Karin Salm, Moderation: Brigitte Häring, Redaktion: Ellinor Landmann