Was kann philosophische Theorie leisten?

  • Montag, 11. Januar 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 11. Januar 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Montag, 11. Januar 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Philosophische Theorie ist heute in der Öffentlichkeit wenig gefragt. Woran liegt das? Wie kam es, dass das in den Jahren 1960 bis 1990 völlig anders war? Welche Bedingungen braucht es, damit philosophische Theorie wirken kann?

Lässt man die öffentlichen Debatten Revue passieren, gelangt man zur Feststellung: Die philosophische Theorie ist aus der Oeffentlichkeit verschwunden. Argumentiert wird pragmatisch, polemisch oder – selbst im postideologischen Zeitalter – ideologisch.

Philosophie tritt heute meist noch als Lebenshilfe auf: praktische Philosophie, die dabei unterstützen soll, ein gutes, glückliches Leben zu führen.

Das war einst anders: Die Philosophen der 1960er- bis 80er-Jahre gingen aufs Ganze: Sie wollten die Welt und den Menschen erklären und verändern.

Philosophen wie Michel Foucault, Jacques Derrida und Jean Baudrillard erreichten mit ihren Werken Auflagen, von denen heute belletristische Autoren träumen. Solches Denken ist heute verschwunden. Warum?

Beiträge

  • Diagnose: «Theoriedefizit»

    Damit philosophische Theorie etwas leisten kann, muss sie überhaupt wahrgenommen werden. Doch heute klafft ein grosses Theoriedefizit: Die Theoriediskussionen haben sich in philosophische Subkulturen, akademische Kreise und in die Kunst zurückgezogen.

    Die Oeffentlichkeit bekommt davon wenig mit. Sind wir heute zu einfältig? Nehmen wir uns keine Zeit mehr, um komplexe Gedanken zu denken oder zu verstehen? Der Versuch einer Diagnose.

    Raphael Zehnder

  • 1960-90 - Blütezeit der philosophischen Theorie

    Idealisieren wir im Rückblick die Blütezeit der philosophischen Theorie? Wie lässt sich die Theorie-Euphorie der Jahre zwischen 1960 und 1990 erklären? Als schwierige Texte zu Bestsellern wurden und Diskussionsstoff waren. Philosophie war eine Massenbewegung.

    Es sind Jahrzehnte, die heute als die «Jahre des wilden Lesens» beschrieben werden. Unsere philosophische Zeitreise beginnt mit einem Hörspiel des Theatermachers René Pollesch.

    Andreas Tobler

  • Im Westen viel Neues

    Anders als in Deutschland liefen sich in Frankreich die philosophischen Diskussionen nicht tot.

    Im zweiten Teil unserer philosophischen Zeitreise besuchen wir den Soziologen Daniel Defert (78), den Lebensgefährten des 2004 verstorbenen Michel Foucault, in ihrer gemeinsamen Wohnung und erhalten Einblick ins Denken der französischen Philosophen der 68er.

    Andreas Tobler

Autor/in: Andreas Tobler, Raphael Zehnder und Hansjörg Schultz, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Raphael Zehnder und Brigitte Häring