Wie klingt’s in jungen Ohren? – Musikvermittlung heute

  • Freitag, 3. März 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 3. März 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Freitag, 3. März 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Musikvermittlung boomt: Alle Schweizer Orchester bieten Kinderkonzerte an, Jazzmusikerinnen spielen in den Klassenzimmern, Konzertveranstalter präsentieren Musik anderer Kulturen vormittags für Schüler. Doch wozu braucht es Musikvermittlung für junge Menschen? Was kann sie heute leisten, was nicht?

Musikvermittlerinnen und –Vermittler sind die Brückenbauer zwischen der Musik und zwischen den Hörerinnen und Hörern. Seit der Dokumentarfilm «Rhythm Is It!» 2004 über die Kinoleinwände flatterte und von der Wandlungsfähigkeit junger Menschen durch den Kontakt mit klassischer Musik schwärmte, wächst die Sparte der Musikvermittlung unaufhörlich: in der Ausbildung, an den grossen und kleinen Konzert- und Opernhäusern, und nicht nur in der Klassik – sondern auch im Jazz und in der globalen Musik.

Doch warum muss Musik überhaupt vermittelt werden? Mit welchen Kunstgriffen und kreativen Ansätzen wird dies heute getan? Und was sagen überhaupt die Kinder und Jugendlichen dazu?

Darüber diskutiert Hansjörg Schultz mit Irena Müller-Brozovic, Präsidentin des Vereins Musikvermittlung Schweiz und Dozentin für Musikvermittlung an der Hochschule der Künste Bern, und mit Johannes Fuchs, Leiter der Kinder- und Jugendprogramme beim Lucerne Festival. Die beiden Musikvermittler erklären, wer zwischen wem vermittelt, und was es in der Musik überhaupt alles zu vermitteln gibt; sie erzählen von ihren Erfahrungen mit Musikvermittlung für Kinder verschiedener Altersgruppen; sie diskutieren, welche Projekte für Teenager besonders geeignet sind; und sie ordnen ein, was die verschiedenen Musik-Genres in der Musikvermittlung leisten können.

Beiträge

  • Ist Mozart wirklich so uncool?

    Klassik im Klassenzimmer

    Kaum ein Teenager interessiert sich heute für klassische Musik. Mozart ist uncool. Doch es gibt neue Vermittlungsangebote spezifisch für diese Altersgruppe.

    Zum Beispiel das Kulturprojekt «Meetingpoint Mozart». 2000 Schülerinnen und Schüler aus acht Kantonen sind daran beteiligt. Die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten führen Mozart-Opern auf, sie singen in Bahnhöfen Chöre von Mozart – oder, wie hier in Uster: sie erfinden Mozarts Musik neu.

    Jenny Berg berichtet vom Projekt «Mozart re-invented» an der Kantonsschule Uster im Kanton Zürich.

    Jenny Berg

  • Schon Martin von Aeschs Vater, Werner von Aesch, brachte jungen Menschen die Musik näher.

    Zwei Posaunen spielen wilde Sachen: Free-Jazz für Kinder

    Die «Schlieremer Chind» sind für viele Schweizer Kinder ein Teil der musikalischen Grundausbildung, und das seit bald 60 Jahren. Und seit über 30 Jahren ist es Martin von Aesch, der das Projekt seines Vaters Werner von Aesch mit viel Begeisterung weiterführt.

    Aber manchmal steht Martin von Aesch auch ohne Kinder auf der Bühne - dafür mit drei Profimusikern. Die Musik, die Martin von Aesch seinem jungen Publikum dann mit auf den Weg geben will, ist seine eigene Lieblings-Musik: der Jazz. Wie Jazz im Klassenzimmer tönt, darüber berichtet Jodok Hess.

    Jodok Hess

  • Noura Mint Seymali – bringt schweizer Schülern ihre Musik und Kultur näher.

    Den Kindern das Fenster zur Welt öffnen – mit globaler Musik

    Wenn Musik anderer Kulturen vermittelt wird, dann geht es um viel mehr als nur um die Musik: Religionen, Bräuche, Geschlechterrollen – und auch Klischees – werden hier gestreift.

    Der Konzertveranstalter Bee-Flat in Bern bietet regelmässig Schülerkonzerte an. Zuvor schickt er seine Leute in Schulklassen, um die Kinder und Jugendlichen auf das Konzert vorzubereiten.

    Mariel Kreis war bei einem solchen Vermittlungsprojekt dabei und berichtet über ein Schülerkonzert mit der mauretanischen Sängerin Noura Mint Seymali.

    Mariel Kreis

Autor/in: Jenny Berg, Mariel Kreis, Jodok Hess, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Sabine Bitter