Wir und das Tier

  • Mittwoch, 18. April 2018, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 18. April 2018, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 18. April 2018, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Unser Verhältnis zum Tier verändert sich stark. Haustiere werden manchmal fast gleichwertig behandelt wie Kinder. Und Tiere öffentlich zu schlachten ist heute umstritten. Trotzdem sinkt der Fleischkonsum nur minim. Wie passt das alles zusammen?

In den Zeitungen prangen ganzseitige Inserate gegen Tierversuche. Veganismus wird immer hipper. Wenn unsere Hunde oder Katzen krank werden, behandeln wir sie medizinisch fast wie die Menschen: Mit Magnetresonanztomographie und Chemotherapie für Tausende von Franken. Ist das gut so? Ist das übertrieben?

Beiträge

  • Drei Tierärtze umsorgen einen Hund

    Der Boom der Kleintiermedizin

    Chirurgische Präzisionseingriffe, Zahnmedizin, Magnetresonanztomographie und Homöopathie – alles was in der Menschenmedizin gang und gäbe ist, wird heute auch dem Tier geboten. Und damit lässt sich auch gut Geld verdienen.

    Die Kunden legen bis zu 20 000 Franken auf den Tisch, wenn sie damit das Leben ihrer Haustiere verlängern können.

    Für einen Milchbauern wäre so etwas undenkbar. Er entscheidet sich, eine Kuh abzutun, sobald sie nicht mehr genügend Milch gibt, oder wenn sie sich z.B. an der Zitze verletzt hat.

    Eine Doppelreportage mit zwei Tierärzten, und ganz verschiedenen Kunden.

    Christian von Burg

  • Wenn retten - Tier oder Kind?

    Ein Nachtessen mit Anti-Speziezisten

    Ein Speziezist ist ein negativ wertender Begriff, wie Rassist oder Sexist. Speziezisten sind – aus Sicht der Anti-Speziezisten – Menschen, die Tiere abwerten, indem sie sie einer anderen Spezies, einer anderen Art zurechnen.

    Erst mit dieser Abwertung wird es für die grosse Mehrheit der Gesellschaft, die Speziezisten, möglich, Fleisch, Milch und Eier zu essen – ein moralischer Fehler, sagen die Anti-Speziezisten.

    Wir haben uns mit Anti-Speziezisten zum Nachtessen getroffen und darüber diskutiert, wen man denn bei Lebensgefahr zuerst retten müsste: ein Kind oder einen Hund?

    Irène Dietschi

  • Eine Labormaus

    Wozu braucht es Tierversuche?

    Tierversuche braucht es, um die Forschung weiterzubringen, insbesondere die medizinische Forschung – so die landläufige Meinung. Und sie trifft auch weitgehend zu. Viele biologische Mechanismen würden wir ohne Tierversuche nicht verstehen.

    Gleichzeitig aber sind viele Tierversuchsstudien methodisch nicht gut genug und Erkenntnisse, die man z.B. an Mäusen gewinnt, lassen sich oft nicht auf Menschen übertragen – das sagen nicht nur Tierversuchskritiker, sondern auch Wissenschaftler, die sich mit dem Nutzen von Tierversuchen auseinandersetzen. Ein Pro und Kontra mit zwei differenzierten Stimmen.

    Katrin Zöfel

Autor/in: Christian von Burg, Irène Dietschi, Katrin Zöfel, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Maya Brändli