Wut und Wirkung: das städtebauliche Portrait

  • Mittwoch, 17. Juni 2015, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 17. Juni 2015, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 17. Juni 2015, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Das Buch «Die Schweiz - Ein städtebauliches Portrait» sorgte vor 10 Jahren für Empörung und Aufregung. Das urbane Autorenteam im ETH Studio Basel teilte die Schweiz in ganz neue Raumtypen ein, etwa in «Metropolitanregionen» und «Alpine Brachen». Besonders der zweitgenannte Begriff provozierte.

«Die Schweiz - Ein städtebauliches Portrait» schlug 2005 ein wie eine Bombe. Anhand einer fabrig gescheckten Karte brachte das ETH Studio Basel mit den Architekten Herzog & de Meuron, Roger Diener, Marcel Meili und dem Soziologen Christian Schmid es auf den Punkt: die Schweiz ist vollständig urbanisiert.
Aus dem urbanen Blickwinkel erkannten die Autoren Raumtypen mit eindeutigem Entwicklungspotenzial und als Gegenpol die «Alpinen Brache». Diese Provokation wirkte: die Analysen des Bundesamtes für Raumentwicklung (ARE) und der liberalen Denkfabrik «Avenir Suisse» gingen unter. Heute sagt die ARE-Direktorin Maria Lezzi: «Zum Glück war das ETH Studio Basel so radikal.»



Beiträge

  • Ein Grotto in Peccia

    Das Pecciatal – Besuch in einer alpinen Brache

    Als Kind hat Germano Mattei die einst lebendige Alpwirtschaft im Pecciatal gekannt. Heute kämpft er gegen ihren Untergang und vertritt die Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete im Tessin.

    Mit der Bezeichnung «Alpine Brache» kann er nicht viel anfangen und beobachtet mit Sorge, wie die Raumtypen des städtebaulichen Porträts im Locarneser Agglomerations-Strategiepapier auftauchen.

    Alex Grass

  • Kennt sich in Sachen Raumplanung aus: Maria Lezzi leitet das Bundesamt für Raumentwicklung

    Zum Glück war das ETH Studio Basel so radikal

    Das Buch «Die Schweiz ein städtebauliches Portrait» habe vor zehn Jahren eine längst fällige Diskussion über Raumplanung ausgelöst davon ist Maria Lezzi, Direktorin des Bundesamtes für Raumentwicklung, überzeugt.

    Sie glaubt, dass dieses Buch grossen Einfluss hatte auf das Raumkonzept Schweiz, das 2012 unter anderem vom Bundesrat verabschiedet wurde.

    Karin Salm

  • Wohin entwickelt sich die Stadt? Eine Frau betrachtet das Stadtmodell von Genf

    Die Metropolitanregionen sind die neuen Brennpunkte

    Die Metropolitanregionen Basel, Zürich und Lausanne-Genf sind Wachstumsmotoren der Schweizer Wirtschaft. Christian Schmid, Soziologe und Mitautor des «Städtebaulichen Portraits», stellt nun fest, wie die Innenstädte zusehends ihre Lebendigkeit verlieren und sich in Luxusgebiete verwandeln.

    Nach der «Alpinen Brache» sind für ihn die Metropolitanregionen die neuen Brennpunkte.

    Karin Salm

Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Karin Salm