Zeichner und Trauma

  • Freitag, 6. November 2015, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 6. November 2015, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Freitag, 6. November 2015, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Wie gehen Künstler mit traumatischen Erlebnissen um und wie schlägt sich dies in ihrer Kunst nieder? Anhand des Zeichners Luz, der den Anschlag auf «Charlie Hebdo» überlebt hat, und anhand von Art Spiegelman, der über die Anschläge vom 11. September zeichnet, geht «Kontext» diesen Fragen nach.

Seien es die schnellen Striche eines Luz, der sich voller Wut und Verzweiflung dem Anschlag auf die Meinungsfreiheit und auf das Leben der meisten seiner Kollegen stellt, seien es die feinen, präzisen und kühlen Striche eines Art Spiegelman, der sich jahrelang mit den Anschlägen vom 11. September auseinandersetzt. Seine Zeichnungen über traumatische Erlebnisse sind Therapie und Kunst dazu zählt auch Luz' neues Werk «Katharsis», das trotz Wut und Verzweiflung zu einem Plädoyer für die Liebe geworden ist.

Beiträge

  • Luz hat das Titelblatt für die erste Ausgabe nach dem Anschlag gezeichnet.

    Katharsis – über den Umgang mit dem Unfassbaren

    Der französische Zeichner Luz überlebt den Anschlag auf «Charlie Hebdo» durch Glück und Zufall. Der Schock sitzt tief. Und zeichnen kann er erst mal nicht mehr.

    Die Wochen nach dem Anschlag mit ihrer Verzweiflung, Trauer, Wut und Bitterkeit verarbeitet er in seinem Comic «Katharsis». Dabei verändert er sich. Als Zeichner wie als Mensch. Der einstige Hardliner der «Charlie Hebdo»-Redaktion hält in seinem neuen Comic ein Plädoyer für die Liebe.

    Im Gespräch mit Michael Luisier erzählt Luz alias Renald Luzier von seinem langen Weg in den Abgrund und zurück. Zurück ins Leben. Zurück zum Zeichnen.

    Michael Luisier

  • Art Spiegelman hat nach 9/11 den Comic «In the Shadow of No Towers» gezeichnet.

    Von sich erzählen – Comics und Katastrophe

    Ein Trend lässt sich ausmachen im Comic der letzten Jahre: die persönliche Erzählung. Marjane Satrapi machte mit «Persepolis» den Anfang und erzählte von ihrer Kindheit während der iranischen Revolution.

    Mit diesem Trend stellt sich auch die Frage nach der künstlerischen Qualität der literarischen und zeichnerischen Vergangenheitsbewältigung.

    Nur wenige Autoren wagen sich an traumatische Erlebnisse wie Terroranschläge, etwa Art Spiegelman und Luz. Was dahinter steht und was sie gemeinsam haben, darüber spricht der Journalist und Comic-Kenner Christian Gasser.

    Ellinor Landmann

Autor/in: Michael Luisier, Ellinor Landmann, Moderation: Ellinor Landmann, Redaktion: Sabine Bitter