Zeigt Künstlerinnen! Zur Präsenz von Frauen in der Kunst

  • Dienstag, 22. Oktober 2019, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 22. Oktober 2019, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 22. Oktober 2019, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Nicht nur in Leitungspositionen oder Radiosendungen, auch in Museumssammlungen sind Frauen krass untervertreten. Auf dem Kunstmarkt sind ihre Werke weniger wert als die der Männer. Das ist bekannt. Und es ändert sich wenig. Aber: Was ist das Wenige?

Die alte Forderung nach Gleichstellung heisst auf den Kunstbereich übersetzt: mehr Künstlerinnen in Ausstellungen zeigen. Und tatsächlich ist die Sensibilität für das Thema in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Ralph Rugoff sorgt dieses Jahr an der Biennale in Venedig zum ersten Mal für ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis und zeigt gleich viele Künstlerinnen wie Künstler. Einzelne Künstlerinnen wurden in den letzten Jahren fulminant wiederentdeckt: etwa die schwedische Malerin Hilma af Klint, die dieses Frühjahr für die meistbesuchte Ausstellung im Guggenheim Museum sorgte. So ermutigend diese Signale sind, die Zahlen aus Studien sind es nicht: Künstlerinnen sind nach wie vor unterbewertet und unterrepräsentiert. Welche Strategien dagegen angewendet werden und wie erfolgreich sie sind, das ist Thema für Kontext.

Beiträge

  • Eine Entdeckung: Die Malerin Lee Krasner

    In den letzten Jahren wurden einige Künstlerinnen wiederentdeckt. Jede für sich ist eine Ausnahme, das trifft auch auf Lee Krasner zu. Als eine der wenigen Frauen behauptete sich die US-amerikanische Malerin im Umfeld des abstrakten Expressionismus.

    Ihre grossen Gemälde hängen wohl in einigen US-Museen, doch in Europa ist Krasner eine Unbekannte. Nun ist ihr Werk zum ersten Mal in einer grossen Retrospektive in London, Frankfurt und bald in Bern zu entdecken. Warum Lee Krasner als Aussenseiterin lange übersehen wurde, erläutert die britische Kuratorin der Schau, Eleanor Nairne.

    Ellinor Landmann

  • Schweizer Museumsdirektorinnen zum Stand der Dinge

    Quotenregelungen, immer neue Künstlerinnen-Wiederentdeckungen und gleichbleibend schlechte Zahlen: was sagen Schweizer Museumsdirektorinnen zur Präsenz von Frauen in der Kunst? Sind sie sichtbarer? Was sind die dringlichsten Massnahmen? Gibt es eine Schattenseite der Frauenförderung? Und wer profitiert eigentlich alles, wenn Künstlerinnen wiederentdeckt werden? Antworten von: Madeleine Schuppli (Aargauer Kunsthaus), Fanni Fetzer (Kunstmuseum Luzern), Nadine Wietlisbach (Fotomuseum Winterthur) und Nadia Schneider Willen (Sammlungskonservatorin Migros Museum für Gegenwartskunst).

    Ellinor Landmann

  • Kampf um Sichtbarkeit: Künstlerinnen im 19. Jahrhundert

    Die Alte Nationalgalerie in Berlin zeigt in ihrer neuen Ausstellung alle Werke von Künstlerinnen aus der eigenen Sammlung. Und die Grundlagenforschung zur Ausstellung erbrachte überraschende Resultate: Künstlerinnen sind im 19.

    Jahrhundert präsenter als gedacht und auch eine weibliche Kunstpraxis ist weitgehend akzeptiert. Warum diese Künstlerinnen dennoch fast durchgängig vergessen wurden, erläutert Ralph Gleis, Leiter der Alten Nationalgalerie.

    Ellinor Landmann

Autor/in: Ellinor Landmann, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Sabine Bitter