Zersplitterte Geigen – Warum Zerstörung zur Kunst gehört

  • Freitag, 15. Juni 2018, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 15. Juni 2018, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Freitag, 15. Juni 2018, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

In den 1960er-Jahren wurden – in einer Kunstperformance – Geigen zertrümmert. Und bis heute schreiben Komponisten Stücke, in denen irgendetwas kaputtgeschlagen wird: sei das ein Konzertflügel oder ein Cello.

Bereits in Luis Bunuels Film «Lage dor» von 1931 zertritt ein Passant ganz beiläufig eine Violine auf dem Gehsteig – ohne ersichtlichen Grund. Und auch in der bildenden Kunst kam früh eine Bewegung auf, die sich «Auto Destructive Art» nannte. « Kontext» nimmt diese Splitter unter die Lupe und fragt nach, was der Akt der Zerstörung mit Kunst zu tun hat. Und warum Kreativität und Zerstörung so nahe beieinanderliegen. Mit Beiträgen über Musik und bildende Kunst. Zu Gast ist der Psychoanalytiker Rainer M. Holm-Hadulla, der die Zerstörungswut der Menschen kulturgeschichtlich einordnet.

Beiträge

  • Gitarren müssen oft daran glauben.

    Zerstörte Instrumente – ein Gang durch die Geschichte

    Das Zertrümmern von Musikinstrumenten wurde 1931 erstmals zu einem Sujet. In den 1960ern haben Künstler und Performerinnen rund um die Fluxus-Bewegung eifrig weiter Instrumente zerschmettert. Und bis heute bedienen sich Komponisten dieses Motivs.

    Annelis Berger

  • Eine Frau zerschmettert eine Gitarre.

    Je aggressiver, desto besser

    Der erste Gitarrist, der öffentlich seine E-Gitarre zerschmetterte, war Pete Townshend von «The Who». Jimmy Hendrix tat es ihm gleich, und so begann der Kult um die zersplitternden Gitarren.

    Eric Facon

  • Ein Gartenzwerg: Lassen sich wunderbar sprengen.

    Kulturkritik mit Aplomb

    Sie sind klein, sie tragen rote Zipfelmützen und sind das Sinnbild für Spiessigkeit schlechthin: Gartenzwerge. Der Schweizer Künstler Pavel Schmidt rückt der bünzligen Dekoware mit Sprengstoff zu Leibe.

    Nicht nur, weil es schön knallt, sondern auch, um Gedanken zu Kultur, Kitsch und Massenware zu zünden. Beim Atelierbesuch erzählt der Künstler, was Explosionen in der Kunst so attraktiv macht.

    Alice Henkes

Autor/in: Annelis Berger, Alice Henkes, Eric Facon, Moderation: Monika Schärer, Redaktion: Sabine Bitter