Zu Ende erzählen

  • Freitag, 31. Juli 2015, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 31. Juli 2015, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Freitag, 31. Juli 2015, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Wie wurde der Mensch zu dem, was er ist? Diese Frage stellt sich mit zunehmenden Alter immer öfter. Die Beschäftigung mit der eigenen Lebensgeschichte wird wichtiger. Einblick in Biographiearbeit anhand der Geschichte eines geschundenen Kindes, das nun mit 90 die frühen Wunden aufarbeitet.

Biographiearbeit spielt in der Psychologie, in der Sozialarbeit und auch in der Medizin eine Rolle. Sie ermöglicht nicht nur allten Menschen besser mit sich ins Reine zu kommen, Dinge abzuschliessen oder sich auch mit Missglücktem und Verletzendem zu versöhnen.

Anhand der Geschichte von Niklaus Erb, der als Kind armer Eltern viel Schmach erleiden musste und es trotzdem zum promovierten Altphilologen gebracht hat, wird deutlich, wie wesentlich das Bearbeiten des lange Verschlossenen und Verpanzerten sein kann. Dazu sind auch die Professorin für Alterspsychiatrie Gabriela Stoppe und die Pflegewissenschaftlerin Ursula Wiesli zu hören.


Beiträge

  • Wenn Vergessenes plötzlich beschäftigt, ist Biographiearbeit wichtig.

    Biographiearbeit

    Eine Einführung ins Thema anhand der ersten Kindheitserinnerung. Es ist die Erinnerung an eine hintertriebene Enteignung und einen Beinahemord.

    Zu Wort kommen die Professorin für Alterspsychiatrie Gabriela Stoppe und die Pflegewissenschaftlerin Ursula Wiesli mit ihrem professionellen Umgang mit Biographiearbeit. Wie verlässlich ist die Erinnerung? Wann bricht das Vergessengeglaubte ins alte Leben ein? Muss der späte Schmerz denn wirklich sein?

    Cornelia Kazis

  • Die Vergangenheit hinter sich lassen: Niklaus Erb will sie aufs Papier bringen.

    Die Biographiearbeit von Niklaus Erb

    Niklaus Erb erzählt nicht nur endlich, was er ein Leben lang mit viel Anstrengung im Dunkeln liess. Er schreibt mit Hilfe seiner jüngeren Frau auch vieles auf. Was bedeutet es, ein Dokument zu erschaffen? Was heisst es, das eigene Leben zu Papier zu bringen?

    Nebst der Geschichte mit einem sich erbarmenden Dorfpolizisten erfahren wir mehr von den beiden Expertinnen: der Professorin für Alterspsychiatrie Gabriela Stoppe und der Pflegewissenschaftlerin Ursula Wiesli.

    Cornelia Kazis

  • Das erzählte Leben bleibt den Angehörigen auch nach dem Tod.

    Biographiearbeit - Bedeutung für Angehörige

    Welche Bedeutung hat die Biographiearbeit für die Angehörigen? Das ist die eine Frage, die im Zentrum dieses Teils steht. Die andere: Ist Biographiearbeit auch Sterbehilfe? «Ja», sagt der 90-Jährige. «Wenn mal alles erzählt und aufgeschrieben ist, dann kann ich ins Grab gehen».

    Das erzählte Leben als Vermächtnis.

    Cornelia Kazis

Autor/in: Cornelia Kazis, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Cornelia Kazis