«Das Theater mit Tell»

Ob Wilhelm Tell je gelebt hat, ist bis heute nicht klar. Seine Symbolkraft wirkt dennoch ungebrochen weiter. So wird gerade in diesem Jahr auf der Bühne die Heldengeschichte gleich mehrfach neu erzählt.

Der Legendaere Wilhelm Tell und sein Sohn Walterli als Statue im Dorfzentrum von Tells Urssprungsort Buergeln.
Bildlegende: Der Legendaere Wilhelm Tell und sein Sohn Walterli als Statue im Dorfzentrum von Tells Urssprungsort Buergeln. Keystone

Die Befreiungssage der Schweiz ist zum grössten Teil ein Mythos. Das weiss die historische Forschung seit längerem und spätestens in den 1980er-Jahren des 20. Jahrhunderts wurde dieses Wissen auch der breiten Bevölkerung bekannt. 

Der Apfelschuss - eine Wandersage?

Der berühmte Apfelschuss von Wilhelm Tell stammt vermutlich aus dem Fundus mittelalterlicher Wandersagen. Das Standardwerk zu Tell wurde 1988 vom bekannten Historiker Jean-François Bergier publiziert und vor kurzem neu aufgelegt. Es ist eine flüssig und gut lesbar geschriebene Erzählung über alles, was man von Tell und der Innerschweiz um 1300 heute weiss.

Tell lebt - zumindest auf der Bühne

Trotz der Entmystifizierung ist die Wirkungsgeschichte Tells nicht abgeschlossen, zumal viele Symbole in dieser Figur eingeschrieben sind, wie das des Widerständlers, des Meisterschützen und des Tyrannenmörders. Viele Theater spielen in diesem Jahr Stücke, die sich mehr oder weniger direkt auf die Tell-Geschichte beziehen oder sie neu erzählen.

Buch:
«Wilhelm Tell. Realität und Mythos» von Jean-François Bergier (Römerhof Verlag 2012)

Redaktion: Markus Gasser