Beni Bischof legt nach: «Texte 2» ist unsortiert grossartig!

Es ist immer so eine Sache mit den Fortsetzungsbüchern. Man hat hohe Erwartungen und die werden nicht immer erfüllt. Aber der Künstler Beni Bischof überzeugt mit «Texte 2» einmal mehr. Seine Sammlung von Witzen, dummen Sprüchen und Spammails ist Unterhaltung pur. 

Nora Zukker
Bildlegende: Nora Zukker SRF 3

«Muss ich heute wieder machen was ich will?»

Mit «Texte 2» erscheint nun der zweite Band im Taschenbuchformat und vereint einmal mehr Beni Bischofs überbordende Sammlung von Headlines, Slogans, Witzen, Junk-Mails, Lyrics, filmischen Dialogszenen, Lebensweisheiten und vielem mehr – eine momentane Auswahl und zugleich subjektive Quintessenz seines über Jahre angehäuften Textarchivs. Das neue Buch ist doppelt so dick wie das erste und was ein knallgelbes Cover war beim letzten, ist jetzt ein neon-pinkes Cover. Und wieder verzichtet Beni Bischof auf alle Quellenangaben. Es ist die ideale WC-Lektüre. Oder als Geschenk. Ein grossartiges Geschenkbuch, da macht man nichts falsch. Das Prinzip ist immer das gleiche bei Beni Bischofs Büchern: Aufschlagen. Lesen. Irritiert sein. Lachen. Weglegen. Und so geht das immer wieder. Bis man die über 400 Seiten durch hat.

Wild. Unbändig. Schräg.

Beni Bischofs Inszenierungen folgen seinem unbändigen Schaffensdrang und verbinden gekonnt alle Medien: Von wandfüllenden Malereien über groteske Collagen zu filigranen Zeichnungen, von surrealen Objekten zu materialverschlingenden Skulpturen. In seinem pointierten künstlerischen Schaffen schlägt sich die Banalität des Alltags thematisch genauso nieder wie politische Diskussionen. Virtuos führt Beni Bischof den Betrachter aufs Glatteis und entlarvt die Mechanismen und Illusionen der uns umgebenden Medien-und Glamourwelt.

Beni Bischof. Der Wilde aus der Ostschweiz.

Beni Bischof lebt am äussersten Zipfel der Schweiz: in Widnau im St. Galler Rheintal. Seine witzigen Zeichnungen und absurden Collagen aber sind weltläufig. Auf jeden Fall kann Beni Bischof von seiner Kunst gut leben. Beni Bischof, der die Bilderflut in Magazinen und der Werbung mit Filzstift und Fingern durchpflügt, hat nie Kunst studiert und in seiner Arbeit geht er nie planmässig vor. Lieber lässt er sich von Zufällen überraschen und anregen. Die Kunst als ein grosses Spiel.

Auszüge aus «Texte 2»

«Ich habe solchen Hunger, dass ich vor Durst nicht einschlafen kann!»

«Du redest dauernd von Urlaub. Wir haben nicht mal das Geld zum Daheimbleiben.»

«Warum kann man mit DJ's so schlecht telefonieren? Weil die immer auflegen! »

«Du bist schlank wie ein Reh, oder wie heisst das Tier mit dem grauen Rüssel?»

«Lange andauerndes Kitzeln kann für Menschen so unerträglich sein, dass es als Foltermethode zu bezeichnen ist. Zum Kitzelreiz selbst kommen nach längerer Zeit durch das Lachen und Bewegungsreflexe verursachte Lungen- und Muskelschmerzen. Kitzeln als Folter überlebte bis ins Mittelalter und die Zeit des kolonialen Amerika, allerdings im Wesentlichen zur öffentlichen Demütigung.»

«Wenn alles glatt läuft, befindest du dich wahrscheinlich nicht in der Realität.»

«Manchmal ist es das Klügste, sich dumm zu stellen.»

Beni Bischof
Texte 2
Edition Patrick Frey, 473 Seiten
ISBN: 9-783-906803-13-5

Bildergalerie: Beni Bischof und seine Kunst

Autor/in: Nora Zukker