Der höchste Schweizer

... ist vielleicht Kurt Lauber. Jedenfalls drei Monate im Jahr. Da amtet er als Hüttenwart auf der Hörnlihütte. Mit Blickrichtung Matterhorn.

Kurt Lauber: Der Wächter des Matterhorns (Droemer)
Bildlegende: Kurt Lauber: Der Wächter des Matterhorns (Droemer)

Mit Frau, Kind und fünf Mitarbeitern verbringt Kurt Lauber - Bergführer und mit über tausend Einsätzen erfahrener Lebensretter - die Monate von Ende Juni bis Ende September auf der Hörnlihütte am Fuss de Matterhorns, 3260 Meter über Meer. Sein Job als Hüttenwart liegt dem gelernten Skilehrer sehr am Herzen, wie man schon auf den ersten Seiten dieses faszinierenden, in Episode erzählten Buches merkt.

Die Aufgaben von Kurt Lauber sind vielfältig: Die Grundversorgung für die Gäste sicherstellen - zum Beispiel das Essen einfliegen oder die Wasserversorgung organisieren - auf der Hörnlihütte gibt es nicht "einfach so" fliessend Wasser. Und schliesslich: Die erfahrenen und weniger erfahrenen Bergsteiger auf ihrem Weg aufs Matterhorn begleiten - oder sie dort retten.

Es gibt aber neben den teils traigschen Bergungen auch lustige Episoden: Einmal war Kurt Lauber mit einem Gast unterwegs aufs Matterhorn. Dabei begegneten sie einem Bergführer, der - wie auch sein Gast - nur ein Steigeisen trug. Der Gast habe seine Steigeisen vergessen, erklärte der Bergführer, darum hätten sie ein Paar geteilt - was natürlich nur möglich war, weil gerade eine Trockenperiode herrschte. Als Kurt Lauber weiterging, begegnete er Bergführern aus Deutschland, Österreich und Frankreich, die alle auch nur ein Steigeisen trugen! Als er nach dem Grund fragte, sagten Sie:  «Ein einheimischer Bergführer wendet diese Methode hier am Matterhorn an und wir wollen das jetzt auch mal ausprobieren»

Kurt Lauber: Der Wächter des Matterhorns
Droemer Verlag, 250 Seiten
ISBN: 978-3-426-27573-3

Autor/in: Tanja Kummer