Ein Muss für alle Printromantiker: «Das Buch als Magazin»

Vorne ein Literaturklassiker. Hinten Geschichten aus der Gegenwart, die sich deutlich oder vorsichtig auf den alten Schinken beziehen. So simpel das Konzept, so überzeugend das Ergebnis. Für mich eine Entdeckung. Gesehen. Gelesen. Geliebt.

Nora Zukker
Bildlegende: Nora Zukker SRF 3

Dieses Magazin liest man nicht schnell schnell. Dieses Magazin hat es in sich. Und das ist auch gut so. Plötzlich hat man einen Klassiker der Weltliteratur gelesen und merkt es nicht einmal, weil es grafisch so wunderschön aufbereitet wurde und nicht im gelben Reclam Büchlein daher kommt. Welche Grundfragen uns heute immer noch umtreiben, liest man im zweiten Teil des Magazins in journalistischen oder essayistischen Geschichten. Dazwischen viele tolle Fotos. Ein Muss für alle Habtikfetischisten und Printromantikerinnern. I like!

Mit literarischen Klassikern verhält es sich so ähnlich wie mit Denkmälern, über die Robert Musil bemerkte, dass man sie ab dem Moment nicht mehr wahrnimmt, ab dem man sie auf einen Sockel gestellt hat. Genauso hat man den kanonisierten Text wohl einmal gelesen, anschliessend strategisch günstig ins Regal einsortiert, um mögliche Besucher zu beeindrucken – und dann gründlich vergessen.

Das Prinzip des Heftes ist leicht erklärt: Im ersten Teil jeder Ausgabe liest man einen Literaturklassiker im Original, der um eine eigens produzierte Bildstrecke erweitert wird. Ausserdem stehen Notizen am Rand des Textes - Interessantes zum Autor, zu einzelnen Textstellen, Einordnungen oder Parallelen zur Gegenwart. Im zweiten Teil von "Das Buch als Magazin" stehen Geschichten aus der Gegenwart, die sich deutlich oder vorsichtig auf das Buch im ersten Teil beziehen.

Autor/in: Nora Zukker