«Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge» von Rainer Maria Rilke 4/9

Ein grossartiger Vorleser interpretiert die Prosa eines grossen Lyrikers: Gert Westphal liest den einzigen Roman von Rainer Maria Rilke. Der vielschichtige Text von 1910 markiert den Durchbruch zur literarischen Moderne. Seine bildstarke Sprache ist eine Herausforderung für den Leser und die Hörer.

Gert Westphal lacht in die Kamera.
Bildlegende: Gert Westphal war Schauspieler und Regisseur. IMAGO

Malte erinnert sich an das Fieber seiner Kindheit. Er erinnert sich, wie seine Maman sich gewünscht hatte, er wäre ein Mädchen. Als die Mutter starb, kam ihr einziger Bruder ins Haus, der Graf Christian Brahe, ein Abenteurer. Malte aber schlich sich in die Galerie mit den Bildern seiner Ahnen. Zusammen mit seinem Cousin Erik suchte er nach dem Bild der verstorbenen Christine. Es folgte das Sterben der Grosseltern väterlicherseits. Ein Jahr später Malte wurde jetzt auf der Adels-Akademie erzogen trat Abelone in sein Leben, die jüngste Schwester seiner Mutter, und der Jüngling begann, Liebesbriefe zu schreiben. Der Dichter stellt sich vor, er würde mit ihr (die Lou Andreas-Salomé nachgebildet ist, Rilkes ehemaliger, 15 Jahre älterer Geliebten), die berühmten Wandteppiche betrachten, auf denen die Dame mit dem Einhorn abgebildet ist.

Sprecher: Gert Westphal - Produktion: SRF 1973 Dauer: 38‘

Redaktion: Reto Ott