«Die Stimmen von Marrakesch» von Elias Canetti 3/9

Den «zweiten, vielleicht interessanteren Teil der Reise» nannte Elias Canetti (1905-1994) diese Aufzeichnungen, in denen er seine 1954 gesammelten Eindrücke und Erlebnisse in der marokkanischen Stadt festgehalten hat.

Eine Fotografie eines Mannes liegt neben einem aufgeschlagenen Buch.
Bildlegende: In «Die Stimmen von Marrakesch» beschreibt Elias Canetti seine Reise nach Marokko. Keystone/Steffen Schmidt

Nach den zahlreichen Eindrücken, die die belebten Strassen und Märkte Marrakeschs auf Canetti hinterlassen haben, sucht er die Einsamkeit der kleinen Gässchen und stillen Zimmer, um das Gesehene in sich wirken zu lassen. Doch auch die heimischen Häuser und Dächer sind Regeln unterworfen, die ihn von neuem aufwühlen und beschäftigen. Und geheimnissvolle Koseworte, gesprochen durch ein verschnörkeltes Fenstergitter, fesseln seine Aufmerksamkeit.

Der Schriftsteller Elias Canetti (1905-1994) emigrierte 1938 nach dem "Anschluss Österreichs an Nazideutschland nach London, wo er einige Jahrzehnte blieb, bevor er sich für die letzten Jahre seines Lebens in der Schweiz niederliess. Canettis Werk fand erst spät Beachtung; 1981 erhielt er den Nobelpreis für Literatur für seinen Roman «Die Blendung».

Sprecher: Enrico Baccalà - Produktion: SRF 1984 - Dauer: 22‘

Aus urheberrechtlichen Gründen dürfen wir diese Lesung nur bis Ende April 2016 auf unserer Internetseite zum Nachhören und Download zur Verfügung stellen.

Redaktion: Susanne Janson