«Die Stimmen von Marrakesch» von Elias Canetti 6/9

Um seine Neugierde zu befriedigen, nimmt Canetti die Gastfreundschaft einer jüdischen Familie in der Mellà - dem jüdischen Viertel - an. Doch das soll ihn bald gereuen. Denn als ausländischer Tourist steht er bei den Einheimischen im Ruf, wahre Wunder vollbringen zu können.

Eine Fotografie eines Mannes liegt neben einem aufgeschlagenen Buch.
Bildlegende: In «Die Stimmen von Marrakesch» beschreibt Elias Canetti seine Reise nach Marokko. Keystone/Steffen Schmidt

Ende der 1960er Jahre brachte Canetti diese literarischen Miniaturen zu Papier, deren Grundlage sein Besuch in Marokko im Jahre 1954 war. So nachdrücklich waren die Erlebnisse dort, dass er sie in einem quasi-Rausch von der Seele schrieb und so zu Papier brachte. Daher nannte er seine Niederschrift auch immer den «zweiten, vielleicht interessanteren Teil der Reise».

Der Schriftsteller Elias Canetti (1905-1994) emigrierte 1938 nach dem "Anschluss Österreichs an Nazideutschland nach London, wo er einige Jahrzehnte blieb, bevor er sich für die letzten Jahre seines Lebens in der Schweiz niederliess. Canettis Werk fand erst spät Beachtung; 1981 erhielt er den Nobelpreis für Literatur für seinen Roman «Die Blendung».

Sprecher: Enrico Baccalà - Produktion: SRF 1984 - Dauer: 25‘

Aus urheberrechtlichen Gründen dürfen wir diese Lesung nur bis Ende April 2016 auf unserer Internetseite zum Nachhören und Download zur Verfügung stellen.

Redaktion: Susanne Janson