«Gold» von Blaise Cendrars (1/7)

Gleich mit seinem ersten Roman gelang dem Dichter und Abenteurer aus der Westschweiz 1925 ein Welterfolg. Die Story des Baselbieter Auswanderers Johann August Suter packt noch immer. Suter kam im Kalifornien des 19. Jahrhunderts zu sagenhaftem Reichtum. Bis der Goldrausch seine Existenz zerstörte.

Johann August Suter, porträtiert von Frank Buchser (1866).
Bildlegende: Johann August Suter, porträtiert von Frank Buchser (1866).

Blaise Cendrars, 1887 als Frédéric Louis Sauser in La Chaux-de-Fonds geboren, gilt als eine der wichtigsten Stimmen der modernen Schweizer Literatur. In seinem Schreiben spiegelt sich die rauschhafte Auf- und Umbruchsstimmung, die von Europa ausgehend die Welt im letzten Jahrhundert in zwei Kriege stürzte. Cendrars war mitten drin, als Weltreisender zwischen Peking, Petersburg und New York, als Soldat der Fremdenlegion und als Künstler der Avantgarde in Paris. 

Im Roman «Gold» erzählt Cendrars eine atemberaubende Gründungsgeschichte. Der verarmte Tuchhändler Johann August Suter wandert 1834 aus der Schweiz nach Amerika aus und wird dort innerhalb kürzester Zeit zum ersten Multimillionär des Landes. Er gründet in Kalifornien ein Imperium aus Fabriken, Ackerbau, Wein und Handel. Doch dann entdeckt einer seiner Arbeiter einen Klumpen Gold, und über Nacht beginnt ein Rausch, der die ganze Welt erfasst.  Glücksritter fallen in Suters Land ein, besetzen und verwüsten es.

Suters Existenz wird durch die Gier nach Gold zerstört. In dieser unrealistischen Sucht nach Gewinn, in dem Run auf einen virtuellen Wert, liegt die Aktualität des filmisch komponierten Abenteuerromans. Cendrars sprachliche Kraft und sein Gespür für Rhythmus haben ein Stück hochspannender Weltliteratur hervorgebracht, das noch heute beeindruckt.

Übersetzung: Marlis und Paul Pörtner - Sprecher: Hans-Dieter Zeidler Produktion: SRF 1987/2012 Dauer: 22‘

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Redaktion: Reto Ott