«Ich nannte ihn Krawatte» von Milena Michiko Flašar 9/10

Montagmorgen im Park. Hiro wartet. Kurzgeschoren. Ohara kommt nicht. Alleingelassen denkt Hiro nach. Er erkennt, dass auch viele andere, sein Vater zum Beispiel, Nöte und Ängste hinter einer glatten Stirn verbergen müssen. Diese Erkenntnis ist das Ende seines Hikikomori-Daseins.

Symbolbild: Eine Krawatte hängt einsam über einem Bürostuhl.
Bildlegende: Hiro bleibt nur Oharas Krawatte. Reuters

Hiro weiss nun, dass sein trostloses Unvermögen ein Schreckgespenst war. Es kann sein, dass er dem gesellschaftlichen Anspruch nicht gewachsen ist. Aber durch das Gespräch mit anderen wird der Druck relativiert. Ansprüche müssen nicht immer erfüllt werden. Wochenlang wartet Hiro. Nur Oharas Krawatte ist ihm geblieben, die er beim letzten Abschied zurückgelassen hat. Dann beginnt die Regenzeit. Hiro sucht Ohara im Jazz-Café. Und dann gräbt er die Visitenkarte seines Freundes aus, liest seine private Adresse. Kyokos Welt.

Mit: Stefan Roschy (Hiro), Hanspeter Müller-Drossaart (Ohara), Irina Schönen (Ohara Kyoko

Technik: Mirjam Emmenegger und Ueli Karlen - Regie: Margret Nonhoff - Produktion: SRF 2016 - Dauer: 28‘

Aus urheberrechtlichen Gründen können wir Ihnen die Lesung nur bis zum 21. Juni 2016 zum Nachhören anbieten.

Redaktion: Margret Nonhoff