«Schloss Gripsholm» von Kurt Tucholsky 4/7

Karlchen oder: Warum echte Männerfreundschaft wie ein Eisberg ist - Zur Heirat gehören mehr als nur vier nackte Beine im Bett - Und: Von Kindern, die zu Wachspuppen werden.

Schloss Gripshol heute: der Eingang eines rötlichen Schlosses.
Bildlegende: Der Eingan von Schloss Gripsholm. Wikimedia/Jungpionier

«Baden im See; nackt am Ufer liegen, an einer versteckten Stelle, sich voll Sonne saugen, dass man mittags herrlich verdöst und trunken von Licht, Luft und Wasser nach Hause rollt; Stille; Essen; Trinken; Schlaf; Ruhe Urlaub.» So geniessen Lydia, die «Prinzessin» und Kurt, genannt: «Peter» oder «Daddy» ihre Urlaubstage im Schatten des schwedischen Schlosses Gripsholm. Doch in einem Kinderheim, nicht weit entfernt, weht ein anderer Wind. Dort wünscht sich die kleine Ada an Leib und Seele drangsaliert zurück zu ihrer Familie: zu ihrem Vater, der nicht mehr ist, zu ihrem kleinen Bruder, der auch nicht mehr ist und zu ihrer Mutter, die noch ist; aber weit weit weg in Zürich.

Mit seinem nahezu letzten Werk «Schloss Gripsholm» (1931), spannte Kurt Tucholsky den Bogen zu einem seiner Erstlingswerke «Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte» (1912).

Tucholsky, einer der aktivsten und bedeutendsten politischen Journalisten der Weimarer Republik, Leiter der «Weltbühne», Buchrezensent, Kritiker, Satiriker, Verfasser zahlreicher deutscher Chansons und anderer «Gebrauchslyrik», schrieb darin Sommergeschichte, Liebesgeschichte, die auch heute noch nichts von ihrem Wert verloren hat.

Sprecher: Günther Pfitzmann Produktion: SRF 1976 Dauer: 40

Redaktion: Susanne Heising