«Schloss Gripsholm» von Kurt Tucholsky 6/7

Das Kind wird «der kleine Gegenstand» Ein kleines Grab und windverwehte Blumen Und: Wohin es führt, wenn drei, die sich gern haben, zusammen im Bett ein Kreuzworträtsel lösen

Schloss Gripsholm.
Bildlegende: Schloss Gripsholm. Wikimedia

Schon einige Wochen verbringen Kurt und Lydia ihre Ferien im Schloss Gripsholm. Freund Karlchen ist gekommen und wieder abgereist und seine Leerstelle hat nun Sibylle besetzt, die Busenfreundin der «Prinzessin».

Auch ein fremdes Kind hat man inzwischen in den Kreis aufgenommen. Noch lebt es wohl in einem Kinderheim, indem die Direktorin Adriani ein mehr als strenges Regime führt. Doch man hat Pläne Zwischendurch hat man mehr als genug Zeit, sich treiben zu lassen; auch die Gedanken treiben zu lassen.und wenn ein Mann mit zwei schönen Frauen allein ist, dann kann schon etwas dabei herauskommen, was zu Tucholskys Zeiten für Wirbel sorgte, wenn es in aller Deutlichkeit aus- und niedergeschrieben wird.

Mit seinem nahezu letzten Werk «Schloss Gripsholm» (1931), spannte Kurt Tucholsky den Bogen zu einem seiner Erstlingswerke «Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte» (1912).

Tucholsky, einer der aktivsten und bedeutendsten politischen Journalisten der Weimarer Republik, Leiter der «Weltbühne», Buchrezensent, Kritiker, Satiriker, Verfasser zahlreicher deutscher Chansons und anderer «Gebrauchslyrik», schrieb darin Sommergeschichte, Liebesgeschichte, die auch heute noch nichts von ihrem Wert verloren hat.

Sprecher: Günther Pfitzmann Produktion: SRF 1976 Dauer: 36

Redaktion: Susanne Heising