Das Glück hat seinen Preis

Folge 2

  • Freitag, 19. August 2016, 21:00 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 19. August 2016, 21:00 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Samstag, 20. August 2016, 2:20 Uhr, SRF 1
    • Montag, 22. August 2016, 11:20 Uhr, SRF 1

Die erste oder die grosse Liebe brennt sich bei vielen Menschen tief in die Seele ein. Einige können diese Gedanken und Emotionen einfach nicht loslassen, zum Teil jahrzehntelang, und setzen vieles daran, um dieser Liebe eine zweite Chance zu geben. Von solchen Liebesgeschichten erzählt dieser Film.

Ein Film von Ivana Imoli Sandera

Babs und Jonny

Es traf Babs wie ein Blitzschlag als sie damals, im Frühjahr 1970, Jonny das erste Mal sah. Liebe auf den ersten Blick. Babs war 17 Jahre alt, Lehrtochter, Jonny stand mit 19 Jahren wenige Tage vor seinem Lehrabschluss als Maschinenmechaniker. Das zufällige Treffen in jener Nacht auf der Münstertreppe in der Stadt Bern sollte ihr Leben prägen. Doch die Teenager kümmerte das damals nicht. Sie wollten einfach eine gute Zeit miteinander verbringen, gingen zusammen tanzen und – es waren ja die 70er – bereits in der ersten Nacht nahm Babs Jonny zu sich nach Hause.

«Aber es passierte noch nichts», sagt Jonny. Und genau das hat Babs am jungen Lehrling aus der Ostschweiz so beeindruckt. Jonny war zwar wild und unkonventionell, aber ein Gentleman durch und durch. Als Jonny zwei Wochen später seine Lehre erfolgreich abschliesst, muss er zurück in die Ostschweiz. 200 Kilometer liegen fortan zwischen den beiden, in einer Zeit ohne Handy und Halbtax-Abo. Babs‘ strenge Eltern erlauben ihr zudem nicht, ihren Jonny in der Ferne zu besuchen. Ihre Liebe hat keine Chance mehr. Sie verlieren sich aus den Augen. Aber Babs kann Jonny zeitlebens nicht vergessen, und Jonny geht es ähnlich. 39 Jahre vergehen, ohne dass sich die beiden je wieder sehen. Bis Jonny im Fernsehen den Aufruf zu einer Sendung sieht, in der sich ehemalige Liebespaare wiederfinden können. Diese Chance will er packen, um seine Babs zu kontaktieren. Dass er damit beide Leben auf den Kopf stellen und die verheiratete Babs vor eine folgenschwere Entscheidung stellen würde, ahnt er damals nicht.

Ainara und Thomas

Thomas und Ainaras erste Liebe beginnt als harmloser Sommerflirt. Er Schweizer, 19 Jahre alt, sie eine 16jährige Spanierin. Thomas fliegt im heissen Sommer 1993 erstmals ohne Eltern in die Ferien, mit seinem besten Freund und viel Abenteuer-Lust. Ainara, die schöne Spanierin, arbeitet als Kellnerin und Tänzerin im Ferienresort. Ainara fällt der junge Schweizer sofort auf: er ist der einzige Ausländer, der spanisch spricht. Zwei Wochen lang treffen sich die beiden am Strand, im Ausgang, selbst ihren Eltern stellt Ainara «el Suizo», der Schweizer, vor. Er hinterlässt dort den besten Eindruck.

Als Thomas durch ein Missverständnis seinen Flug zurück in die Schweiz verpasst, wird er kurzerhand bei Ainaras Eltern einquartiert. Aber die Ferien gehen vorbei, nach ein paar Briefwechsel verläuft ihre Beziehung im spanischen Sand – nicht aber die Erinnerung. Ainara kann den Schweizer nicht vergessen, zumal es in den 20 folgenden Jahren bei ihr mit den Männern nie richtig klappen will. Thomas hingegen führt in der Schweiz eine harmonische Ehe und denkt kaum mehr an die alte Geschichte.

Als ihn seine Frau überraschend verlässt, nutzt der IT-Spezialist die sozialen Medien um zu erfahren, was wohl aus der spanischen Schönheit von damals geworden ist. Ainara meldet sich, um Thomas mitzuteilen, dass sie eben erst geheiratet hat. Aber Thomas lässt sich nicht abhalten, für seine wiedergefundene Jugendliebe zu kämpfen.

Connie und Ruedi

Connie und Ruedi sind für ihr Umfeld das Traumpaar. Die beiden wachsen zusammen in Interlaken auf, besuchen die gleiche Schule, teilen einen gemeinsamen Kollegenkreis. Gefallen haben sie sich immer, doch bis es dann endlich klappt mit der Beziehung, ist Connie bereits 35, Ruedi 39 Jahre alt. Umso intensiver leben sie ihre Liebe, als hätten sie etwas aufzuholen: Abenteuerliche Motorrad-Ferien auf Korsika, Curling-Turniere, Springreit-Concours. Die Zweisamkeit aber bleibt zunehmend auf der Strecke. Connie wird unglücklich, Ruedi kann oder will nicht mit ihr über ihre Probleme reden. Als Connie nach neun Jahren den Entschluss fasst, Ruedi zu verlassen, hinterlässt sie bei ihm eine tiefe, seelische Narbe. Es folgen zehn Jahre Funkstille, zwei verletzte Seelen gehen sich aus dem Weg. Bis die Korsische Band «I Mruvini», dessen Musik Connie immer mit Ruedi hörte, in Zürich ein Konzert gibt. So fasst Connie einen Entschluss, der ungeahnte Konsequenzen hat.

Alle drei Paare im Film verbindet die Tatsache, dass auch spätes Liebesglück nicht ohne tiefe Einschnitte zu haben ist. Die Bernerin Babs muss sich zwischen zwei Männern entscheiden, die Spanierin Ainara verlässt ihre geliebte Heimat, der Berner Oberländer Ruedi krempelt der Liebe wegen mit 58 Jahren sein Leben noch einmal um. Dieser Film gibt Einblick in die einzigartigen Geschichten dreier Paare, die ihre erste Liebe nie vergessen konnten.

Erstausstrahlung vom 18.07.2014

Liebe auf Umwegen

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