Sandra und Michael

Sandra und Michael im Sommer 1997 in Bern an der Aare.

Bildlegende: Sandra und Michael im Sommer 1997 in Bern an der Aare. SRF

Am 5. Dezember 1996 lernten Michael und ich uns im «Big Bamboo» in Biel kennen. Er war als Schmutzli verkleidet und ich machte dort Party. Wir sahen uns jedes Wochenende dort und machten für die Silvesterparty in Hermrigen ab. Leider fiel diese ins Wasser und wir trafen uns erst am 1. Januar 1997 in Büren an der Fasnacht. Von da an waren wir ein Paar.

Zwei Jahre lang, mit kurzem Unterbruch, erlebten wir schöne – und manchmal auch weniger schöne – Stunden, das erste Mal und noch viel mehr. Er war meine erste grosse Liebe, wie ich auch seine erste grosse Liebe war. Ich hatte aber das Gefühl, dass ich noch mehr erleben muss und trennte mich von ihm. Ich hatte andere Beziehungen, ging für länger ins Ausland, lebte einfach. Auch Michael hatte wieder eine Beziehung, und wir trafen uns ab und zu, jedoch ohne irgendwelche Gefühle (meinerseits) oder sonstiges. Ich führte vier Jahre eine Beziehung mit einer Frau. Mir war klar, dass ich nie wieder einen Mann haben würde, ausser Michael. Er war jedoch unterdessen so materialistisch und unsensibel geworden, dass auch er nicht mehr in Frage gekommen wäre. Es kam jedoch anders.

Als wir uns eines Tages wieder trafen, fing mein Herz zu schlagen an, wie wild, und ich konnte nicht glauben, was da jetzt passierte. Nach acht Jahren plötzlich dieses Herzklopfen! Ich erzählte es meiner besten Freundin. Die meinte jedoch nur trocken, das müsse so sein und es werde auch langsam Zeit dafür! Danach liess sie mich einfach stehen. Hin- und hergerissen von meinen Gefühlen, musste ich es Michael sagen. Er lebte ja immer noch in einer Beziehung. Wir gingen wieder vermehrt miteinander essen und trafen uns öfters. Meine Gefühle verflogen nicht, nein, sie wurden immer stärker.

Sandra und Michael an der Taufe ihres vierten Kindes, Tia Emma, im Mai 2014

Bildlegende: 17 Jahre später: Sandra und Michael an der Taufe ihres vierten Kindes, Tia Emma, im Mai 2014. SRF

Seine Mutter fragte mich, ob ich wirklich sicher sei, denn vor acht Jahren hätte er sehr gelitten. Sie möchte ihn nicht nochmals in diesem Zustand erleben. Michael sagte mir auch, dass er immer wieder die Hoffnung hatte, dass ich wiederkomme – leider bis anhin ohne Erfolg. Also wollte er versuchen, mich zu vergessen. Und genau in diesem Moment komme ich, ich und meine Gefühle.

«Ein gebranntes Kind scheut das Feuer» hat er mir öfters gesagt, und er hatte Angst davor, wieder eine Beziehung mit mir einzugehen. Doch auch seine Gefühle brannten mit ihm durch, und wir starteten erneut mit viel Liebe in unser neues gemeinsames Leben. Aus dem Materialisten und unsensiblen Typ wurde wieder mein Michael, so wie ich ihn kennen gelernt hatte, 1996.

Da mir die Ärzte sagten, dass ich nicht oder nur sehr schwer schwanger werden kann, verhüteten wir nicht. Wir wären ja alt genug gewesen, um uns um ein Kind zu sorgen, wenn es doch geklappt hätte. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Und es kam, wie es kommen musste: Ich wurde schwanger mit unserer Tochter Lana Charlotte. Wir heirateten am 2. Mai 2008 – noch kein Jahr zusammen – und am 25. Juni 2008 erblickte unsere Tochter das Licht der Welt. Jetzt sind wir schon zu sechst. Najla Marie wurde 2009 geboren, Dean Walter 2011 und Tia Emma 2014.

In diesen schon fast sieben Jahren haben wir viel erlebt, schöne und manchmal auch weniger schöne Dinge. Die nicht so schönen haben uns noch mehr zusammen geschweisst, nach einer harten Eheprobe. Unsere Liebe zueinander ist sehr innig, und wir verstehen uns auch ohne Worte. Ein Leben ohne Michael könnte ich mir nicht vorstellen. Ich bin überglücklich, dass mein Herz 2007 wieder begonnen hat, für ihn zu schlagen.