Die Glücklichen: Der Literaturclub im Juni

  • Dienstag, 23. Juni 2015, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 23. Juni 2015, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 24. Juni 2015, 1:40 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 24. Juni 2015, 11:00 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 25. Juni 2015, 3:55 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 25. Juni 2015, 12:40 Uhr, SRF info
    • Samstag, 27. Juni 2015, 14:05 Uhr, SRF info

Nicola Steiner, Hildegard Keller, Martin Ebel und Rüdiger Safranski diskutieren im Juni über Anne Tyler: «Der leuchtend blaue Faden», Kristine Bilkau: «Die Glücklichen», Julian Barnes: «Lebensstufen», Gila Lustiger: «Die Schuld der Anderen» und über Siri Hustvedt: «Die gleissende Welt».

Der Literaturclub diskutiert die wichtigen Bücher im Juni: Die Pulitzer-Preisträgerin Anne Tyler erzählt von den Untiefen der perfekten Familie.Kristine Bilkau umkreist in ihrem Debut-Roman den langsamen sozialen Abstieg eines jungen Paares. Der Brite Julian Barnes hat eine eigenwillige Erzählung über Ballonfahrer geschrieben und zugleich eine Elegie über den plötzlichen Tod seiner Ehefrau. Französische Verhältnisse untersucht Gila Lustiger in ihrem neuen Gesellschaftsroman über einen Prostituiertenmord und seine Folgen.

Und: Bestseller-Autorin Siri Hustvedt stellt überraschende Fragen nach den Geschlechterrollen in ihrem Roman aus der New Yorker Kunstszene: «Die gleissende Welt».

Die Bücher der Sendung sind:

  • «Der leuchtend blaue Faden» von Anne Tyler (Kein & Aber)
  • «Die Glücklichen» von Kristine Bilkau (Luchterhand)
  • «Lebensstufen» von Julian Barnes (Kiepenheuer & Witsch)
  • «Die Schuld der Anderen» von Gila Lustiger (Berlin Verlag)
  • «Die gleissende Welt» von Siri Hustvedt (Rowohlt)

Beiträge

  • «Der leuchtend blaue Faden» von Anne Tyler (Kein & Aber)

    Es ist ihr zwanzigster Roman und es soll ihr letzter sein, sagt die heute 74jährige Anne Tyler über diese Familiengeschichte der Whitshanks aus Baltimore. Abby und Red sind seit Jahrzehnten verheiratet, vier Kinder, gepflegte Verhältnisse, gepflegte Häuser und Gärten. Keine besonderen Vorkommnisse im Fluss des Alltags, nordamerikanischer Mittelstand. Keine Abstürze, aber plötzlich Untiefen, wo man sie nicht vermutet. Das reicht dieser magischen Erzählerin.

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  • «Die Glücklichen» von Kristine Bilkau (Luchterhand)

    Szenen einer jungen Ehe im mittleren Wohlstand. Isabell spielt Cello, Georg ist Journalist, ein Baby. Sie wohnen irgendwo in einer grossen Altbauwohnung, irgendwo in der grossen Stadt. In die Fenster der Anderen schauen sie gern, abends nach der Arbeit, auf dem Heimweg. Und sie sehen sich selbst. Georg und Isabell und Matti, das Baby und die Anderen, die wie sie sind. Ein Haus, ein Viertel, ein Milieu. Alles wie immer, alles gut, alles glücklich? Kristine Bilkau erzählt, was dann geschieht, später und noch etwas später in diesem erstaunlichen Debüt-Roman.

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  • «Lebensstufen» von Julian Barnes (Kiepenheuer & Witsch)

    Vier Jahre vergehen, bis der britische Star-Autor Julian Barnes ein Buch über den plötzlichen Tod seiner Ehefrau Pat Kavanagh schreiben kann. Dreissig Jahre lang waren sie ein Paar – dann die Diagnose: Hirntumor. «Lebensstufen» ist sein Buch über den Verlust, eine überraschende Mischung aus Essay und Erzählung.

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  • «Die gleissende Welt» von Siri Hustvedt (Rowohlt)

    Wer hat das gemacht? Die Künstlerin Harriet Burden, Witwe eines New Yorker Galeristen, treibt ein Verwirrspiel. Sie ist Installationskünstlerin, die unter wechselnden männlichen Namen ausstellt. Maskulin/feminin? Jedenfalls ein Spiel der Täuschung, bis einer der Namen, selbst ein bekannter Künstler, ihr Spiel durchkreuzt. Siri Hustvedt kehrt mit diesem Roman in die New Yorker Kunstwelt zurück, die schon Stoff in ihrem berühmtesten Buch „Was ich liebte“ war.

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  • «Die Schuld der Anderen» von Gila Lustiger (Berlin Verlag)

    Ein Marx Zitat stellt Gila Lustiger vor ihren Roman. Es geht um Geld und Macht. Um den Mord an einer Prostituierten in Paris, der dreissig Jahre zurück liegt. Die DNA überführt den Täter, den Bankangestellten Gilles, der inzwischen mit Frau und Tochter ein stilles Leben führt. Ein später Fahndungserfolg, oder ist da noch etwas? Der Journalist Marc Rappaport beginnt Recherchen bei den Reichen und Mächtigen und er stösst auf ihre “kleinen Arrangements mit der Moral”. Familienverhältnisse mit tödlichen Ausgängen in der französischen Grossbourgeoisie.

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  • Die Buchempfehlungen unserer Kritiker

    «Die große Originalton-Edition» von Thomas Mann, der hörverlag (Martin Ebel) / «Cap Arcona 1927-1945» von Stefan Ineichen, Limmat Verlag (Hildegard Keller) / «Alles, was leuchtet. Wie große Literatur den Sinn des Lebens erklärt» von Hubert Dreyfus/Sean Dorrance Kelly, Ullstein Verlag (Rüdiger Safranski) / «Das Büro» von J.J. Voskuil, Verbrecher Verlag (Nicola Steiner)

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