Einmal einfach: Der Literaturclub im Mai

  • Dienstag, 22. Mai 2018, 22:25 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 22. Mai 2018, 22:25 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 23. Mai 2018, 2:20 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 23. Mai 2018, 11:00 Uhr, SRF info
    • Mittwoch, 23. Mai 2018, 16:40 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 24. Mai 2018, 3:55 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 24. Mai 2018, 12:45 Uhr, SRF info
    • Freitag, 25. Mai 2018, 9:55 Uhr, SRF info
    • Samstag, 26. Mai 2018, 14:05 Uhr, SRF info

Nicola Steiner, Raoul Schrott, Thomas Strässle und die Schauspielerin Bettina Stucky sprechen über «Die grosse Gereiztheit» von Bernhard Pörksen, «Der endlose Sommer» von Madame Nielsen, «Einmal einfach» von Michael Krüger, eine Graphic Novel von Jan Bachmann sowie Erzählungen von Flannery O’Connor.

Im Mai haben die Kritiker des «Literaturclubs» Bücher aus ganz unterschiedlichen Genres ausgewählt: Das Sachbuch von Bernhard Pörksen analysiert die Dauererregung in sozialen Netzwerken. Der gefeierte Roman der Dänin Madame Nielsen spielt mit Motiven der Romantik. Mit den Short Stories der US-Amerikanerin Flannery O’Connor gilt es eine grosse Schriftstellerin wiederzuentdecken. Michael Krügers neuer Gedichtband unternimmt eine poetische Reise ins Offene. Und die Graphic Novel «Mühsam, Anarchist in Anführungsstrichen» des Baslers Jan Bachmann ist eine Hommage an den Aktivisten und Dichter Erich Mühsam.

Gast der Sendung ist die Schauspielerin Bettina Stucky.

Beiträge

  • «Die grosse Gereiztheit» von Bernhard Pörksen (Hanser)

    Zerstören soziale Medien wie Twitter und Facebook die Grundlagen der westlichen Demokratien? Oder bergen sie gerade Chancen für die Zukunft? Diese Frage stellt der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen und bringt dabei die Zweischneidigkeit der heutigen Medienwelt auf den Punkt. In seinem Essay «Die grosse Gereiztheit» berichtet er über Erregungsspiralen in der öffentlichen Sphäre und zitiert im Titel ein Kapitel aus Thomas Manns «Der Zauberberg». Pörksen entwirft am Ende eine konkrete Utopie der «redaktionellen Gesellschaft». Wie einleuchtend sind seine Vorschläge?

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  • «Der endlose Sommer» von Madame Nielsen (Kiepenheuer & Witsch)

    In ihrem Roman «Der endlose Sommer» beschreibt Madame Nielsen eine Boheme-Kommune auf einem Gutshof in Dänemark. In endlosen Sätzen umkreist sie eine flirrende Atmosphäre, in der die Zeit aufgehoben scheint. Ein Spiel mit Motiven der Romantik, in dem Wahlverwandtschaften über alles gehen, in der Zuschreibungen und Festlegungen nicht notwendig sind. Ist der Roman eine literarische Entsprechung der künstlerischen Persona «Madame Nielsen»? Diese ist in der skandinavischen Kunstszene wohlbekannt und war bereits als Performerin und Schauspielerin in Willem Defoes «Wooster Group» aktiv.

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  • «Einmal einfach» von Michael Krüger (Suhrkamp)

    Michael Krüger ist ein Solitär im deutschsprachigen Kulturleben. Über 45 Jahre war er Verleger des Hanser-Verlags. Von der Süddeutschen Zeitung wurde er einmal als »Vielzweckwaffe des Literaturbetriebs« bezeichnet, «besser vernetzt als Spiderman». Mit «Einmal einfach» legt er nun einen neuen Gedichtband vor. Gedichte, die beim einzelnen wie etwa einem Bienenvolk beginnen – und wie mühelos zum grossen Ganzen vordringen. Naturlyrik ist gegenwärtig eine wichtige Tendenz in der Literatur. Aber was beherrscht Krüger, das andere nicht «können»?

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  • «Mühsam, Anarchist in Anführungsstrichen» von Jan Bachmann (EM)

    Der deutsche Lyriker Erich Mühsam ist auch als Gallionsfigur des Anarchismus ein Begriff. Der Basler Comix-Zeichner Jan Bachmann hat Mühsam als ideale Figur entdeckt und dessen Zeit in den Schweizer Bergen eine Graphic Novel gewidmet. Die Texte basieren auf Erich Mühsams Tagebuch-Aufzeichnungen, die Dialoge sind frei erfunden. Der Band ist ein witziger, komprimierter Einstieg in den Kosmos Erich Mühsams. Welcher Mensch kommt da zum Vorschein? Wird Bachmanns gezeichnete Version der Komplexität der Künstlerpersönlichkeit gerecht?

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  • «Keiner Menschenseele kann man noch trauen», F. O’Connor (Arche)

    Eine grosse US-amerikanische Erzählerin gilt es wiederzuentdecken: Flannery O’Connors Kurzgeschichten beginnen harmlos amüsant, und fast immer kippt die Situation in brutale Angst und erbarmungslose Gewalt. Sie schreibt reduziert – mit wenigen Andeutungen schafft sie es, Charaktere zu zeichnen. Ihre Stories schrieb O’Connor in den fünfziger Jahren und siedelte sie in den Südstaaten der USA an. Sie handeln von den Verlierern einer Gesellschaft, von Aussenseitern, die nicht recht Fuss fassen können im Leben. Immer triumphiert das Böse – warum ist das dennoch so lesenswert?

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  • Die Buchempfehlungen unserer Kritiker

    «See’len» von Angelika Rainer, Haymon (Raoul Schrott), «Erzählungen aus dem Nachlass» von Christine Lavant, Wallstein (Thomas Strässle), «Comics richtig lesen» von Scott McCloud, Carlsen (Bettina Stucky), «Koch:Lust:Kunst» von Meret Oppenheim, Edidtion Clandestin (Nicola Steiner)