Haas, Rowling, Cohen, Erpenbeck und Carrère

Stefan Zweifel, Elke Heidenreich, Hildegard E. Keller und Rainer Moritz diskutieren: Wolf Haas: «Verteidigung der Missionarsstellung», J.K. Rowling: «Ein plötzlicher Todesfall», Albert Cohen: «Die Schöne des Herrn», Jenny Erpenbeck: «Aller Tage Abend» und «Limonow» von Emmanuel Carrère

Der Literaturclub diskutiert die wichtigen Bücher im Oktober: Wolf Haas witzige Verbalerotik und J.K. Rowlings ersten Roman für Erwachsene. Die Amour Fou im wiederentdeckten Klassiker von Albert Cohen, die fünf Varianten eines Lebens bei Jenny Erpenbeck und die Romanbiographie eines russischen Extremisten von Emmanuel Carrère.

Beiträge

  • «Verteidigung der Missionarsstellung» von Wolf Haas

    Pervers oder transzendental, was ist die Missionarsstellung, fragt Benjamin Lee Baumgartner, Sprachstudent in London. Ständig in Liebesdingen unterwegs, stehen diese doch unter sehr ungünstigen Vorzeichen: Seuchen und Krankheiten bedrohen weltweit seine unermüdlichen Bemühungen um die Richtige. Einen Roman mit allen Finessen hat der promovierte Linguist Haas hier vorgelegt. Wolf Haas wurde 1960 in Maria Alm geboren und für seine Krimis mit Privatdetektiv Brenner mehrfach ausgezeichnet.

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  • «Ein plötzlicher Todesfall» von J.K. Rowling

    Joanne K. Rowling, die reichste Frau Grossbritanniens, hat nach den Geschichten um Harry Potter einen Roman für Erwachsene geschrieben. Ein böses Märchen aus der englischen Provinz. In Pagford im Südwesten Englands ist Klassenkampf. Arm tritt an gegen reich, Sozialhilfeempfänger gegen wohlhabende Bürger. Es ist eine kleine Welt, durchzogen von Intrigen und Verrat in der Tradition des Charles Dickens. Pagford ist auch Tutshill, J.K. Rowlings eigener Heimatort.

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  • «Die Schöne des Herrn» von Albert Cohen

    Der reiche und schöne Solal, jüdischer Diplomat beim Völkerbund 1930, verführt Ariane, die Frau eines Kollegen. Was als Affäre beginnt, wird rasch zu einer verschlingenden Passion. Liebe schlägt um in Eifersucht und Entfremdung. Der französische Jude Albert Cohen (1895-1981), der lange in Genf lebte und Schweizer wurde, hat diesen grossen französischen Liebesroman des 20. Jahrhunderts geschrieben. «Die Schöne des Herrn» ist auf Deutsch neu aufgelegt worden.

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  • «Aller Tage Abend» von Jenny Erpenbeck

    Was wäre wenn? Die normative Kraft des Möglichen ist Thema des neuen Romans der 1967 in Ost-Berlin geborenen Autorin Jenny Erpenbeck. Fünf Leben, eine Frau, ein Jahrhundert. Das sind fünf verschiedene Leben in einem, die hier erzählt werden. - Und jedes Mal verendet sich auch die Geschichte. Zufall oder Vorsehung? Jenny Erpenbeck entwirft aus dieser Frage ein ausgreifendes historisches Panorama.

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  • «Limonow» von Emmanuel Carrère

    Inszeniert wie ein Thriller wirkt das Leben des Eduard Sawenko, der sich «Limonow» nennt. Emmanuel Carrère hat eine preisgekrönte Romanbiographie über diesen Extremisten im heutigen Russland geschrieben. Extrem ist fast alles: die politischen Aktionen von ganz links bis ganz rechts, die sexuellen Eskapaden und kriminellen Handlungen. Limonow ist Punk. Ein notorischer Regelverletzer, der mit Lust und moralischer Indifferenz immer auf der falschen Seite steht.

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