Houellebecq und die Islamisten: Der Literaturclub im Januar

  • Dienstag, 27. Januar 2015, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 27. Januar 2015, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 28. Januar 2015, 1:40 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 28. Januar 2015, 11:00 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 29. Januar 2015, 3:55 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 29. Januar 2015, 12:40 Uhr, SRF info
    • Samstag, 31. Januar 2015, 14:05 Uhr, SRF info

Nicola Steiner, Elke Heidenreich, Julian Schütt und Thomas Strässle diskutieren im Januar über Ian McEwan: «Kindeswohl», Szilard Borbely: «Die Mittellosen», Michel Houellebecq: «Unterwerfung», Meg Wolitzer: «Die Interessanten» und über Jonathan Crary: «24/7. Schlaflos im Spätkapitalismus».

Der Literaturclub diskutiert die wichtigen Bücher im Januar: Den Entscheid über Tod und Leben im neuen Roman von Ian McEwan «Kindeswohl», Szenen einer verrohten Kindheit und die Liebe zu Primzahlen im Debut des Ungarn Szilard Borbely. Skandalautor Michel Houellebecq sieht in Frankreich 2022 die Islamisten an der Macht. In «Die Interessanten» begleitet Meg Wolitzer sechs Freunde an der amerikanischen Ostküste durch vier Jahrzehnte ihres Lebens. Und: Jonathan Crary erzählt von der grossen Schlaflosigkeit in der Ära des Spätkapitalismus.

Beiträge

  • «Unterwerfung» von Michel Houellebecq (DuMont)

    Im Jahr 2022 ist der Kampf der Kulturen in Frankreich entschieden. Der Kandidat der Islamischen Bruderschaft wird Präsident der Republik. Frauen tragen Kopftuch, die Sorbonne wird islamische Universität, ihre lesbische Direktorin entlassen. Mit saudischem Geld wird das ganze Land friedlich islamisiert. Francois forscht über den symbolistischen Dichter Joris-Karl Huysmans und wird entlassen. Im Licht der neuen Verhältnisse verlässt er Paris ohne bestimmtes Ziel. «Unterwerfung» hat bei Erscheinen in Frankreich eine heftige Debatte ausgelöst.

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  • «Kindeswohl» von Ian McEwan (Diogenes)

    Als Richterin am Londoner High Court ist Fiona Maye mit ethischen Zwangslagen vertraut. Jetzt hat sie 24 Stunden um über eine Bluttransfusion für einen 17jährigen Jungen zu entscheiden. Der ist an Leukämie erkrankt, aber die Familie, Zeugen Jehovas, lehnt die Massnahme aus religiösen Gründen ab. Fiona Maye muss ein Urteil fällen, gerade als sie erfährt, dass ihr Ehemann eine Affäre hat.

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  • 24/7. Schlaflos im Spätkapitalismus, Jonathan Crary (Wagenbach)

    Überall und jederzeit, alles Können, alles Müssen. Das hat Folgen in der medialen Alarmgesellschaft, die der New Yorker Professor für Kunst und Theorie Jonathan Crary untersucht. Keine Atempause. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche in Betrieb, das ist die Leitidee eines Lebens ohne Schlaf. Im Takt der modernen Ökonomie wird er verdrängt. Schlaf, der Rückzugsraum und Kreativitätsquelle in einem ist. Schlaf ist unverzichtbar. Ist im Schlaf Widerstand?

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  • «Die Interessanten» von Meg Wolitzer (DuMont)

    Sechs Teenager treffen sich in einem Sommer-Camp in den USA der siebziger Jahre. Jules, Ethan, Ash, Goodman, Cathy und Jonah sind «Die Interessanten». Ein leicht ironischer Name für eine Gruppe von Jugendlichen, die sich über vier Jahrzehnte nie ganz aus den Augen verlieren wird. Irrungen, Wirrungen, Wege und Abwege vor dem Panorama amerikanischer Geschichte vom Rücktritt Nixons bis zu 9/11 und der Finanzkrise. Was wird aus den Träumen des Anfangs? Meg Wolitzer zeichnet das Porträt ihrer Generation.

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  • «Die Mittellosen» von Szilard Borbely (Suhrkamp)

    Dorfszenen aus der ungarischen Provinz, Kindheitsszenen einer verrohten Welt. Eine Familie im Abseits, erzählt aus der Perspektive eines siebenjährigen Jungen. Es sind Rumänische Juden, zugewandert als Aussenseiter in eine Welt von Gewalt. Eng, arm, erbarmungslos. Angst und Ekel bestimmen die Verhältnisse. Der Junge hat eine grosse Liebe zu Primzahlen. Szilard Borbely erzählt seine eigene Geschichte. Lakonisch, kühl.

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  • Die Buchempfehlungen unserer Kritiker

    «Jäger» von James Salter, Berlin Verlag (Elke Heidenreich) / «Graphit» von Marcel Beyer, Suhrkamp Verlag (Thomas Strässle) / «Siegfried Unseld. Chronik 1971», Suhrkamp Verlag (Julian Schütt) / «Bajass» von Flavio Steimann, Edition Nautilus (Nicola Steiner)