Illies, Muschg, Gasdanow und Marcus

Stefan Zweifel, Elke Heidenreich, Hildegard Keller und Rüdiger Safranski diskutieren die aktuellen Bücher im November: Florian Illies: «1913», Adolf Muschg: «Löwenstern», Gaito Gasdanow: «Das Phantom des Alexander Wolf» und Ben Marcus: «Flammenalphabet».

Der Literaturclub diskutiert die wichtigen Bücher im November: 1913, Forian Illies Panorama des Sommers vor der Katastrophe. Adolf Muschgs Seereise nach Japan auf den Spuren des baltischen Offiziers Hermann Ludwig von Löwenstern. Ein Mord, der vielleicht gar keiner war in der Wiederentdeckung des grossen russischen Autors Gaito Gasdanow. Kinder, die mit ihrer Sprache tödliche Infektionen auslösen können, im neuen Roman des Amerikaners Ben Marcus. Und: Die grossen Essays des Schweizer Buchpreisträgers 2012 Peter von Matt.

Beiträge

  • «1913» von Floran Illies

    Der Sommer 1913 soll sehr kalt gewesen sein. Ein Jahr darauf beginnt das grosse Sterben, aber noch gibt es davon nur eine Vorahnung. Max Weber spricht zum ersten Mal von der «Entzauberung der Welt», Marcel Duchamp schraubt ein Rad auf einen Schemel und schafft das erste Ready-Made. Gertrude Stein schreibt den berühmten Vers «A rose is a rose is a rose», Kafka schreibt folgenreich an Felice Bauer. Zwischen Freud und C.G. Jung kommt es zum Bruch und - wo bleibt eigentlich Rilke? «Rilke hat Schnupfen», bemerkt Illies lakonisch.

    Mehr zum Thema

  • «Löwenstern» von Adolf Muschg

    Muschg steigt ins 19. Jahrhundert hinab und taucht mit der Geschichte des baltischen Seeoffiziers Hermann Ludwig von Löwenstern wieder auf. Löwenstern hat den Lebenstraum, nach Japan zu reisen. Ein Weltumsegler unter der Flagge des russischen Zaren. In Briefform berichtet Muschg davon, wie Löwenstern statt in Japan in der Gefangenschaft landet - und die Liebe zur ehemaligen Kurtisane Nadja findet.

    Mehr zum Thema

  • «Das Phantom des Alexander Wolf» von Gaito Gasdanow

    Die Erinnerung an den Mord, den der Held als 16jähriger in Südrussland begangen zu haben glaubt, lässt ihn nicht los. Die Schuld quält ihn sein Leben lang, auch noch Jahre später in seinem Pariser Exil. Man kann sich sein Erstaunen vorstellen, als er 15 Jahre nach dem Mord in einem englischen Buch detailgetreu genau diesen beschrieben findet. Der Autor ist ein gewisser Alexander Wolf, der kein anderer sein kann als der Fremde, den der Ich-Erzähler ermordet zu haben glaubt...

    Mehr zum Thema

  • «Flammenalphabet» von Ben Marcus

    Worte können tödlich sein: Eine Epidemie ist ausgebrochen, die Sprache ist ein Infekt. Ein Infekt, der die Menschen vergiftet, übertragen ausgerechnet durch Kinder. Wer hört, was sie sagen, stirbt. Auch Sam und Claire sind betroffen: Sie können sich nicht vor ihrer eigenen Tochter schützen. Als Claire schwer erkrankt, versucht Sam, ein Gegenmittel zu finden. Ben Marcus hat einen Science-Fiction-Thriller ganz eigener Art geschrieben. Eine Parabel auf Mangel und Macht der Sprache.

    Mehr zum Thema