Kracht, Marías, Grjasnowa und Modiano

Iris Radisch, Barbara Villiger Heilig, Peter Hamm und Ralph Dutli diskutieren die aktuellen Bücher im März: Christian Kracht «Imperium», Javier Marías «Die sterblich Verliebten», Olga Grjasnowa «Der Russe ist einer, der Birken liebt» und «Im Café der verlorenen Jugend» von Patrick Modiano.

Ein Weltfremder, der die Welt bereist. Eine Migrantin, die auswandern muss, um sich selbst näher zu kommen. Eine stille Beobachterin, die die Gefahr der Liebe lernt. Eine junge Französin auf der Flucht vor sich selbst. Und: eine ganze Spezies, die verschwindet.

Von Menschen und Bienen, vom Fremd sein in der Welt berichtet der Literaturclub im März.

Beiträge

  • «Imperium» von Christian Kracht

    Eine Südseegeschichte. Ihr Held ist August Engelhardt, 1875 in Nürnberg geboren, der erste deutsche Hippie, der im pazifischen Papua-Neuguinea seine radikal vegetarische Heilslehre verwirklichen will: Ein «Sonnenorden» auf dem Weg in die Paranoia. Christian Kracht, 1966 in Saanen geboren, erregte 1995 grosses Aufsehen mit seinem Debut «Faserland». Auch sein neues Buch «Imperium» ist umstritten. Es spielt mit der Form des Abenteuerromans und ist zugleich eine Studie über die Vermessenheit menschlichen Handelns.

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  • «Die sterblich Verliebten» von Javier Marías

    Spätestens seit seinem Bestseller «Mein Herz so weiss» hat sich Javier Marías weltweit literarische Beachtung verschafft. Auch sein neuer Roman handelt von den Verstrickungen der Liebe: Von Luisa und Miguel, die als perfektes Paar daherkommen und jeden Tag aufs Neue in einem Café die Aufmerksamkeit von María auf sich lenken. Als Miguel eines Tages auf mysteriöse Weise stirbt und sein bester Freund Javier auf der Bildfläche erscheint, muss María ihre Distanz aufgeben, um voll ins Geschehen verwickelt zu werden.

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  • «Das Lied vom Honig» von Ralph Dutli

    Wo Honig fliesst, geht es dem Menschen gut. Den Honigproduzenten aber geht es schlecht: Das Bienensterben beunruhigt rund um den Globus. Warum die Biene so wichtig ist für die Menschen und was das alles mit Literatur zu tun hat, das erklärt Ralph Dutli in seinem aktuellen Buch «Das Lied vom Honig». Dutli ist in Schaffhausen geboren, hat in Zürich und an der Pariser Sorbonne studiert. Er ist Essayist, Lyriker, Übersetzer aus dem Russischen.

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  • «Der Russe ist einer, der Birken liebt» von Olga Grjasnowa

    Die junge Mascha ist Aserbeidschanerin, Jüdin, Deutsche. Mit elf Jahren nach Deutschland immigriert, lernt sie früh, sich anzupassen. Nun beherrscht sie fünf Sprachen und will bei der UNO arbeiten. Sie verliebt sich ständig in Männer und Frauen, doch ihr bester Freund Elias stirbt an den Folgen einer Fussballverletzung. Danach ist Mascha noch weniger zu Hause in Deutschland. Sie flieht Hals über Kopf nach Israel. Die 28jährige Olga Grjasnowa ist in Baku geboren, im Kaukasus aufgewachsen und lebt heute in Deutschland.

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  • «Im Café der verlorenen Jugend» von Patrick Modiano

    Paris in den sechziger Jahren. Loukis Mutter ist Platzanweiserin im Moulin Rouge, ihren Vater hat sie nie kennengelernt. Ihren Mann verlässt sie Hals über Kopf und verkehrt nun im Café Le Condé, «Im Café der verlorenen Jugend» im Pariser Studentenviertel Saint-Germain-des-Prés. Doch wo ist ihr Platz auf dieser Welt? Schicht um Schicht erzählt der grosse Romancier Patrick Modiano in vier unterschiedlichen Stimmen die geheimnisvolle Geschichte einer Frau, die immer auf der Flucht, immer auf der Suche ist.

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