Largo, Czernin, Baker, Dickens und Barnes

Iris Radisch, Juri Steiner, Hildegard Keller und Remo Largo diskutieren die aktuellen Bücher im Januar: Remo H. Largo und Monika Czernin «Jugendjahre», «Haus der Löcher» von Nicholson Baker, «Grosse Erwartungen» von Charles Dickens und Julian Barnes «Vom Ende einer Geschichte»

Booker Preisträger Julian Barnes befragt die trügerische Sicherheit ganz persönlicher Erinnerungen. Charles Dickens hegt «Grosse Erwartungen» in den Aufstieg seines Helden. Auf den Spuren von «Alice im Wunderland» findet Nicholson Baker sein Haus der sexuellen Ausschweifungen. Die Irrungen, Wirrungen der «Jugendjahre» schliesslich sind das Thema von Remo Largo und Monika Czernin.
 
Remo Largo ist Gast im Literaturclub.

Beiträge

  • «Jugendjahre» von Remo H. Largo und Monika Czernin

    Computersucht, Komasaufen, Schulmüdigkeit: Negativschlagzeilen über Jugendliche heute. Dressur-Ratgeber haben Konjunktur, ob aus China oder von anderswo. Mehr Druck, mehr Norm, mehr Leistung lautet die Losung verunsicherter westlicher Gesellschaften. Remo Largo, prominenter Kinderarzt, Entwicklungspsychologe und Bestsellerautor, hält dagegen: Sein Plädoyer gilt dem «wilden Denken», dem Mut zum Eigenständigen, Besonderen, Unverwechselbaren jedes Einzelnen. Seine «Jugendjahre» sind auch dies: Jahre eigenen Rechts und eigener Logik.

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  • «Haus der Löcher» von Nicholson Baker

    Ein Luxusressort am Meer, ein Vergnügungspark sexueller Wünsche und Obsessionen, das ist der Schauplatz im neuen Roman von Nicholson Baker. Ein «Alice im Wunderland» nur für Erwachsene, Szenen und Miniaturen zum Thema Sex. Der Trockner im Waschsalon, der Trinkhalm eines Cocktails, alles kann die Tür zum «Haus der Löcher» öffnen. Dahinter schlägt die Sprache Purzelbäume und die Handlung ihre erotischen Kapriolen. Ausgang ungewiss! Mit «Haus der Löcher» beendet Nicholson Baker seine erotische Trilogie, die 1992 mit «Vox» begann und mit «Die Fermate» fortgesetzt wurde.

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  • «Grosse Erwartungen» von Charles Dickens

    Philip Pirrip, kurz Pip, ist der Held in diesem berühmten Bildungsroman der angelsächsischen Literatur. Sein Aufstieg vom mittellosen Waisenjungen zum grossen Mann der viktorianischen Gesellschaft ist Dickens Thema. Alles verdankt Pip dem Zufall. Und den «Grossen Erwartungen», einer unerklärlichen Erbschaft, die ihn zu einem reichen Mann machen wird. Doch wer ist der Wohltäter? Zum 200. Geburtstag von Charles Dickens am 7. Februar 2012 erscheint der Roman «Grosse Erwartungen» in einer neuen Übersetzung von Melanie Walz.

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  • «Vom Ende einer Geschichte» von Julian Barnes

    Anthony Webster ist pensionierter Beamter der städtischen Kulturverwaltung und geschieden. Im Rückblick auf sein Leben scheint er im Reinen mit sich und der Welt. Das gilt auch für seine rebellische Schulzeit in den 60er Jahren, als die Freundin Veronica ihn verlässt, um die Geliebte seines Schulfreundes Adrian Finn zu werden, der wenig später Selbstmord begehen wird. Eine Irritation im Lebenslauf, nicht mehr. Erst ein Brief und eine Erbschaft von 500 Pfund bringen die Wende. Was ist passiert? Tony Webster beginnt eine kritische Selbstbefragung.

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