Variationen des Lebens: Der Literaturclub im Januar

  • Dienstag, 31. Januar 2017, 22:25 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 31. Januar 2017, 22:25 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 1. Februar 2017, 2:35 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 1. Februar 2017, 11:00 Uhr, SRF info
    • Mittwoch, 1. Februar 2017, 16:40 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 2. Februar 2017, 3:55 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 2. Februar 2017, 12:45 Uhr, SRF info
    • Freitag, 3. Februar 2017, 10:05 Uhr, SRF info
    • Samstag, 4. Februar 2017, 14:05 Uhr, SRF info

Nicola Steiner, Martin Ebel, Hildegard Keller und – als neuer Kritiker in der Runde – Milo Rau diskutieren im Januar über Paul Auster: «4 3 2 1», Jonas Lüscher: «Kraft», William H. Gass: «Mittellage» und über Peter von Matt: «Sieben Küsse».

Der grosse US-amerikanische Schriftsteller Paul Auster lässt in «4 3 2 1» seinen Helden vier verschiedene Versionen eines Lebens leben. Im neuen Roman «Kraft» des Schweizer Schriftstellers Jonas Lüscher reist der deutsche Rhetorik-Professor Kraft ins Silicon Valley, weil ihm dort ein besseres Leben versprochen wird. Der US-Amerikaner William H. Gass wird schon seit Jahren als Kandidat für den Literatur-Nobelpreis gehandelt. In seinem neuen Werk «Mittellage» erfindet sich ein Musiker und Uni-Professor immer wieder neu, um seiner Überforderung im Leben etwas entgegen zu setzen. Ist das Leben nach dem Kuss ein besseres als zuvor? Der Schweizer Schriftsteller Peter von Matt betrachtet «Sieben Küsse» aus der Literaturgeschichte, von Marguerite Duras bis Heinrich von Kleist.

Neuer Kritiker in der Runde ist der Schweizer Theaterautor, Regisseur und Essayist Milo Rau.

Beiträge

  • «Sieben Küsse» von Peter von Matt (Hanser)

    Ist das Leben nach dem Kuss ein besseres als zuvor? Dass diese zarte Tätigkeit ungezählte Formen kennt und unterschiedliche Bedeutungen hat, ist von den Dichtern vielfach festgestellt worden. «Wäre mit jedem Kuss das unbedingte Glück verbunden, lebte die Menschheit im Paradies», schreibt Peter von Matt in seinem Essayband, der kurz vor seinem 80. Geburtstag erscheint. Der Schweizer Literaturwissenschaftler und Schriftsteller verfolgt «Sieben Küsse» quer durch die Literaturgeschichte, von Marguerite Duras bis Heinrich von Kleist.

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  • «Kraft» von Jonas Lüscher (C.H. Beck)

    In seinem satirischen Roman «Kraft» beschreibt der Schweizer Schriftsteller Jonas Lüscher, wie der deutsche Rhetorik-Professor Kraft ins Silicon Valley reist, weil ihm dort ein besseres Leben versprochen wird. Ein reicher kalifornischer Unternehmer hat eine Million Dollar ausgeschrieben für den besten Vortrag zu einem alten philosophisch-theologischen Thema, der «Theodizee»: Warum alles, was ist, gut ist. Der ideologische Zukunfts-Optimismus der Tech-Communities wie Google oder Apple soll damit wissenschaftlich begründet werden.

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  • «4 3 2 1» von Paul Auster (Rowohlt)

    Der grosse US-amerikanische Schriftsteller Paul Auster ist ein kritischer Beobachter seiner Heimat. In Europa ist er längst populärer als in Amerika. In seinem neuen Roman lässt Auster seinen Helden Archibald Ferguson vier verschiedene Versionen desselben Lebens leben – von der Kindheit bis zum Tod. Auster spielt mit dem Motiv des Zufalls, das in seinen Romanen häufig zum Tragen kommt. «4 3 2 1» ist Austers bislang umfangreichster Roman. Gleich vier Übersetzer hat der Verlag beschäftigt, um die deutsche Übersetzung zeitgleich mit der Veröffentlichung auf Englisch zu lancieren.

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  • «Mittellage» von William H. Gass (Rowohlt)

    Der US-Amerikaner William H. Gass wird bereits seit Jahren als Kandidat für den Literatur-Nobelpreis gehandelt. In seinem neuen Roman «Mittellage» erfindet sich der Musiker und Universitäts-Professor Joey Skizzen immer wieder neu, um seiner Überforderung im Leben etwas entgegen zu setzen. Seine Angst, die Menschheit werde vielleicht nicht überleben, ist längst von der Angst abgelöst worden, sie könnte bestehen bleiben. Wieder einmal erweist Gass sich als Meister in der Erfindung menschenfeindlicher Romanfiguren.

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  • Die Buchempfehlungen unserer Kritiker

    «Drei Söhne» von Helen Garner, Berlin Verlag (Milo Rau) / «Briefe 1879 –1922» von Marcel Proust, Suhrkamp (Martin Ebel) / «Ich wäre überall und nirgends». Appenzeller Anthologie - Literarische Texte seit 1900. Appenzeller Verlag (Hildegard Keller) / «Gefängnis des Alltäglichen» von Pjotr Pawlenski, Matthes & Seitz (Nicola Steiner)