Von Liebenden und Leidenden: der Literaturclub im April

Nicola Steiner, Martin Ebel, Hildegard Keller und – als Gast – der Autor Ilija Trojanow diskutieren über «Ein Bild von Lydia» von Lukas Hartmann, «Buch der Zahlen» von Joshua Cohen, «Snooker in Kairo» von Waguih Ghali und «Jahre später» von Angelika Klüssendorf.

Lukas Hartmanns neuester Roman erzählt die Liebesgeschichte zwischen der Millionenerbin Lydia Welti-Escher und dem Maler Karl Stauffer-Bern. Joshua Cohens «Buch der Zahlen» ist für viele Kritiker das Buch, das literarisch unserem digitalen Zeitalter am Nächsten kommt. «Snooker in Kairo» ist der einzige Roman des ägyptischen Schriftstellers Waguih Ghali, der während des arabischen Frühlings zu einer wichtigen Lektüre für die Demonstrierenden wurde. Mit «Jahre später» schliesst Angelika Klüssendorf ihre Trilogie über eine junge Frau ab – sehr ironisch und menschenfreundlich zugleich.

Gast der Sendung ist der Autor und Übersetzer Ilija Trojanow.

Beiträge

  • «Ein Bild von Lydia» von Lukas Hartmann (Diogenes)

    Lukas Hartmann zählt zu den Altmeistern der deutschschweizer Literatur. Vor allem mit historischen Romanen hat er sich einen Namen gemacht. Mit seinem neuen Roman «Ein Bild von Lydia» führt er derzeit die Schweizer Bestsellerliste an. Darin erzählt er die unglückliche Amour fou zwischen Lydia Welti-Escher und dem Künstler Karl Stauffer. Hartmann wählt für sein Porträt der ehemals reichsten Frau der Schweiz die Perspektive ihres Dienstmädchens. Ist dieser Blickwinkel plausibel und ein Gewinn für die Lektüre? Was macht den Reiz dieses Gesellschaftsroman aus?

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  • «Snooker in Kairo» von Waguih Ghali (C.H.Beck)

    Der einzige Roman des ägyptischen Schriftstellers Wahuih Ghali kann erst mehr als 50 Jahre nach seinem Erscheinen auf Deutsch entdeckt werden. Dabei hält ihn mancher Kritiker für den besten Roman aus Ägypten überhaupt. «Snooker in Kairo» führt die Leser direkt ins Kairo zur Zeit der Suez-Krise und des beginnenden Nasser-Regimes. Ghali porträtiert eine Gesellschaft im Übergang. Im Zuge des arabischen Frühlings hat er neue Bedeutung erhalten. Ist «Snooker in Kairo» der moderne Klassiker, als der er nun entdeckt werden will? Welche Relevanz hat das Buch heute noch?

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  • «Buch der Zahlen» von Joshua Cohen (Schöffling)

    Das «Buch der Zahlen» ist ein Schwergewicht. Der 37-jährige New Yorker Schriftsteller versucht mit den Epochenbruch «Internet» literarisch zu fassen. Wer das Buch liest, begegnet drei Männern mit dem Namen «Joshua Cohen». Neben dem Autor sind dies seine zwei Hauptfiguren: ein Internet-Mogul, der eine wichtige Suchmaschine erfunden hat. Und ein gescheiterter Schriftsteller, der dessen Biografie schreiben soll. Wer dieses Buch liest, fühlt sich ähnlich wie im Netz – chaotisch, sprunghaft, fragmentiert. Eine anstrengende Lektüre. Ist dies der «Roman unserer Zeit», wie vielfach behauptet wird?

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  • «Jahre später» von Angelika Klüssendorf (Kiepenheuer & Witsch)

    Mit «Jahre später» schliesst Angelika Klüssendorf ihre Trilogie über eine Frau namens April ab. Direkt und in enorm reduzierter Sprache beschreibt sie die Beziehung einer jungen Ostdeutschen mit einem erfolgreichen Arzt aus dem Westen, die kurz nach Mauerfall beginnt. In diesem fiktiven, aber autobiografisch geprägten Roman verarbeitet die Autorin auch ihre frühere Ehe mit dem Übervater des deutschen Feuilletons, Frank Schirrmacher. Macht dies den Roman zum «Schlüsselroman» oder ist «Jahre später» vor allem eine gut erzählte, exemplarische Geschichte?

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  • Die Buchempfehlungen unserer Kritiker

    «Letzte Züge» von Christian Kiening, Weissbooks (Hildegard Keller), «Wo chiemte mer hi?» / «Die Liebe geht zu Fuss» von Kurt Marti, Nagel & Kimche (Martin Ebel), «Zenobia» von Morten Dürr, Lars Hornemann, bahoe books (Ilija Trojanow), «Was erinnert wird» von Suketu Mehta, Steidl (Nicola Steiner)

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