Von Lügen und grossen Gefühlen: der Literaturclub im November

  • Dienstag, 14. November 2017, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 14. November 2017, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 15. November 2017, 1:35 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 15. November 2017, 11:00 Uhr, SRF info
    • Mittwoch, 15. November 2017, 16:40 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 16. November 2017, 3:55 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 16. November 2017, 12:45 Uhr, SRF info
    • Freitag, 17. November 2017, 9:55 Uhr, SRF info
    • Samstag, 18. November 2017, 14:00 Uhr, SRF info

Nicola Steiner, Hildegard Keller, Martin Ebel und – als Gast – Mike Müller blicken ins Mittelalter, wo fabuliert und intrigiert wird, und nach Brüssel und Tel Aviv, wo hier und jetzt dasselbe geschieht. Diskutiert werden Titel von Ayelet Gundar-Goshen, Daniel Kehlmann, Robert Menasse, Franz Hohler.

«Tyll» ist Tyll Ulenspiegel, der Vagant und Gaukler, dem Daniel Kehlmann mit seinem neusten Roman die Referenz erweist. Auch Franz Hohler schaut in «Das Päckchen» weit zurück und sucht im 8. Jahrhundert nach einer verloren geglaubten Schrift. In «Lügnerin» von Ayelet Gundar-Goshen macht eine unscheinbare Eisverkäuferin aus Tel Aviv aus einem Missverständnis eine Lüge und wird so zu einem Star. Und der soeben mit dem deutschen Buchpreis ausgezeichnete Robert Menasse lässt in «Die Hauptstadt» kleinliche Bürokraten auf grosse Gefühle treffen und setzt der Stadt Brüssel damit ein Denkmal.

Die Bücher der Sendung:

  • «Tyll» von Daniel Kehlmann (Rowohlt)
  • «Das Päckchen» von Franz Hohler (Luchterhand)
  • «Lügnerin» von Ayelet Gundar-Goshen (Kein & Aber)
  • «Die Hauptstadt» von Robert Menasse (Suhrkamp)

Gast der Sendung ist der Schauspieler Mike Müller.

Beiträge

  • «Die Hauptstadt» von Robert Menasse (Suhrkamp)

    Ausgerechnet das viel geschmähte Brüssel hat sich Robert Menasse als Schauplatz für seinen neuen Roman ausgesucht. Und nennt ihn erst noch kühn «Die Hauptstadt». Fenia Xenopoulou soll das Image der Europäischen Kommission aufpolieren, David de Vriend dämmert in einem Altersheim seinem Tod entgegen, und Kommissar Brunfaut muss aus politischen Gründen einen Mordfall auf sich beruhen lassen. «Die Hauptstadt» hat vor einigen Wochen den Deutschen Buchpreis gewonnen, ist also der beste deutschsprachige Roman des Jahres. Ob die Kritiker ebenso begeistert sind?

  • «Die Lügnerin» von Ayelet Gundar-Goshen (Kein & Aber)

    Nuphar ist 17 und arbeitet als Eisverkäuferin in Tel Aviv. Keiner nimmt Notiz von ihr, bis sie eines Tages ein Missverständnis zu einer Lüge formt und sich die Augen der ganzen Stadt auf sich richten. Und nicht nur das: auch die Liebe zu Lavie, der oberhalb der Eisdiele wohnt, wächst und gedeiht. Doch kann das gutgehen? Wird das gutgehen? Gelingt Ayelet Gundar-Goshen nach ihrem hochgelobten «Löwen wecken» ein weiteres kleines Meisterwerk?

  • «Tyll» von Daniel Kehlmann (Rowohlt)

    «Tyll», der neue Roman des Erfolgsautors Daniel Kehlmann, ist die Neuerfindung des legendären Tyll Ulenspiegel: ein grosser Roman über die Macht der Kunst und Verwüstungen des Krieges, über eine aus den Fugen geratene Welt. Mit der Bäckerstochter Nele reist Tyll durch ein von Religionskriegen versehrtes Land und begegnet vielen kleinen und einigen grossen Leuten, wie beispielsweise einem exilierten Königspaar, einem melancholischen Henker, einem Jongleur, dem blitzgescheiten Martin von Wolkenstein oder einem sprechenden Esel. Befindet sich Kehlmann mit «Tyll» auf der Höhe der Fabulierkunst?

  • «Das Päckchen» von Franz Hohler (Luchterhand)

    Er kann Geschichten erzählen, dieser Franz Hohler, die zwischen Realität und Fiktion oszillieren und oft ins Phantastische kippen. In «Das Päckchen» lässt er einen Bibliothekar aus einer Laune heraus ein ebensolches annehmen. Er öffnet es und entdeckt eine Abschrift des «Abrogans», des ältesten deutschsprachigen Buchs überhaupt, das aber als verschollen gilt. Grund genug, danach zu suchen. Schon befindet sich der unscheinbare Bibliothekar auf einer gefahrenvollen Reise in die Vergangenheit. Ist «Das Päckchen» einfach ein weiterer Hohler oder ist dem Vielschreiber nochmals ein Wurf geglückt?

  • Die Buchempfehlungen unserer Kritiker

    «Haiku. Gedichte aus fünf Jahrhunderten» von Eduard Klopfenstein/Masami Ono-Feller, Reclam (Martin Ebel), «Der Europäische Landbote» von Robert Menasse, Zsolnay (Mike Müller), «Winterpech & Sommerpech» von Rutebeuf, Wallstein (Hildegard Keller), «Asterix in Italien» von Jean-Yves Ferri/Didier Conrad, Egmont (Nicola Steiner)