75 Jahre Herbie Hancock - The Rap Tribute

Er ist einer der grössten Jazzpianisten. Aus Herbie Hancocks Feder stammen Klassiker wie «Cantaloupe Island», «Watermelon Man» oder «Chameleon». Bei «Lost&Found» gibts für einmal nicht die originalen Jazz-Platten, sondern Rap-Klassiker, welche auf den Sounds und Samples Herbie Hancocks beruhen.

Hancock Plattencovers

Bildlegende: Jazz goes Rap Herbie Hancocks Platten wurden immer wieder von Hip Hop Produzenten gesampelt. DJ Pesa

Herbert Jeffrey Hancock wurde 1940 als Sohn einer Sekretärin und eines Lebensmittelladenbesitzers in Chicago geboren. Als Herbie sieben Jahre alt war schenkten ihm seine Eltern ein Klavier. Von da an spielte Herbie Hancock jede freie Minute.
Mit elf Jahren gab er zusammen mit dem Chicago Symphonie Orchester ein Mozart Konzert. Jazz hörte er im Radio, notierte sich die Noten und spielte die Stücke nach.
Nach der High School begann Hancock sein Elektrotechnik-Studium. Nach einigen Semestern wechselte er dann doch zur Musik - und blieb dabei.

Vom Jazz zum Funk

Hancock LP Covers

Bildlegende: Herbie Hancock Platten Tonträger, ab denen die guten Rap Beats gebastelt werden. DJ Pesa

Herbie Hancocks Karriere begann als Pianist bei Donald Byrd. Dieser war vom jungen Pianisten so begeistert, dass er ihn mit nach New York nahm und ihn seinen Jazz-Freunden vorstellte. So lernte Hancock auch Alfred Lion, den Mitbegründer des legendären Blue Note Plattenlabel, kennen.
Bald darauf veröffentlichte Hancock sein erstes Solo-Album «Takin' Off» (inkl. dem Hit «Watermelon Man») auf Blue Note Records.

Auch seine weiteren Alben bis Mitte der 60er Jahre gelten heute als Jazz-Klassiker. Vor allem das Konzeptalbum «Maiden Voyage» (1965, Blue Note) ist ein Meilenstein des Jazz. Dies verwundert nicht gross, wenn man bedenkt, dass einige der besten Jazzmusiker der vielleicht besten Jazzformation, die je zusammen gespielt hat, nämlich dem Miles Davis Quintet, auf Herbie Hancocks Solo-Platten mitwirkten. Gegen Ende der 60er Jahre kaufte Miles Davis seinem Technik begeisterten Pianisten ein Fender Rhodes E-Piano. Damit wurde Hancock zum Jazz-Chamäleon und spielte nun Jazz mit einem unglaublich funkigen Groove.

Hancock als Samplequelle

Die Platten grosser Jazzemusiker wurden von Hip Hop-Produzenten oft gesampelt. Und weil Hancock erstens zu den besten Jazzmusikern gehört und zweitens während seiner über 50-jährigen Karriere eine sehr grosse Bandbreite an Sounds kreierte, findet man Hancocks Soundschnipsel auf unzähligen Rap-Produktionen.

Eines der letzten Sample-Geheimnisse war die Sample-Quelle des Rap-Klassikers «Shook Ones Pt.2» der legendären New Yorker Rapcombo Mobb Deep.
Im folgenden Clip hörst du, wie aus Herbie Hancocks Song «Jessica» der Beat zu «Shook Ones Prt.2» gebastelt wird.

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