Bartli und der Most

«Wo Bartli de Moscht holt» ist eine Redensart, die seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts belegt ist. Wer weiss «wo Bartli de Moscht holt» ist schlau, kennt alle Schliche, weiss sich zu helfen.

Bildlegende: colourbox

«Zu dieser interessanten Redensart gibt es eine Menge Erklärungsversuche», erklärt Christian Schmid in der Mailbox. Die einen beziehen sich auf eine Anekdote über einen berühmten italienischen Rechtsgelehrten namens Bartolus. Andere führen die Redensart zurück auf Schultheiss Barthel von Heilbronn, der wusste, wie man günstig zu Wein kommt. Dann war unter Altkatholiken überliefert, dass der Bräutigam an der Hochzeit von Kanaa Bartel geheissen habe.

Neuere Deutungen

Heute glaubt man eher an zwei andere Deutungen. Die eine stammt aus der Gaunersprache, in der ein Eisen Barsel und Geld Moos heisst. In diesem Fall würde die Redensart bedeuten, dass einer weiss, wie man mit einem Brecheisen zu Geld kommt.

Die zweite neuzeitliche Deutung geht vom Tag des Heiligen Bartholomäus aus, der bei der Traubenernte eine Art Schutzpatron ist.

Moderation: Eric Dauer, Redaktion: Christian Schmid