Woher stammt die Redensart «sich auf Französisch verabschieden»?

Wer sich französisch verabschiedet oder sich auf französisch empfiehlt, entfernt sich heimlich von einer Gesellschaft. Er macht sich sozusagen durch die Hintertüre aus dem Staub. Das wird als unanständig angesehen.

Da hat sich einer unsichtbar aus dem Staub gemacht.
Bildlegende: Da hat sich einer unsichtbar aus dem Staub gemacht. istockphoto

Ein solch unanständiges Verhalten schiebt man gerne als nationaler Charakterfehler dem Nachbarn zu. Die Deutschen haben die Franzosen als Nachbarn. In Berlin sagt man, er hat sich auf französisch «jedrückt», im Rheinland macht man sich auf französisch dünn, in Süddeutschland nimmt man auf französisch Abschied.

In Norddeutschland dagegen empfiehlt man sich auf polnisch und im Nordwesten fährt man holländisch ab.

Moderation: Joël Gilgen, Redaktion: Christine Schulthess