Barbara Hänggli in Haiti: «Kleine Schritte bringen Veränderung»

Seit Mai dieses Jahres ist die Aargauer Kinderärztin Barbara Hänggli mit ihrer Familie in Haiti. Im Albert-Schweitzer-Spital ist sie auf der Kinderabteilung tätig. Nebst allen Herausforderungen im Spital erlebte sie Anfangs Oktober den heftigsten Hurrikan seit Jahrzehnten.

Ärztin Barbara Hänggli spricht mit einer Mutter, die mit ihrem kranken Kind ins Spital kam
Bildlegende: Kinderärztin Barbara Hänggli im Einsatz SRF

Dank Internet war Barbara Hänggli bestens über die Entwicklung des Sturms «Matthew» informiert. Auch wenn sie davon ausgehen konnte, dass das Albert-Schweitzer-Spital steht und ihr Haus nicht in der Hauptzone des Hurrikans liegen, machte ihr der Sturm Angst. Die Haitianer ihrerseits blieben ruhig und gelassen, Panik kam keine auf. Barbara Hänggli staunte über diese Ruhe und liess sich davon positiv anstecken.

Schwierige Ausgangslage

Im Spital ist die Arbeit hingegen oft zermürbend. Täglich kommen Kinder auf die Abteilung, die schwer krank und dazu oftmals mangel- oder unterernährt sind. Mitzuerleben, wie Kinder sterben, die in der Schweiz gerettet werden könnten, ist für die junge Ärztin nicht einfach. Trotzdem freut sich die 37-Jährige an den kleinen Schritten. Gerade durch die Qualitätsverbesserung in der Kinderklinik sind sie und ihr Mann motiviert, vorwärts zu schauen und sich an den Erfolgen ihrer Arbeit zu freuen.

Leben als Familie in Haiti

Barbara Hänggli betont, dass sie in Haiti viel mehr Zeit als Familie haben als in der Schweiz. Einerseits, weil sie Hausangestellte haben, die schon fast zur Familie gehören. Andererseits auch, weil der Arbeitsweg kurz ist und es im Vergleich zur Schweiz wenig Ablenkung gibt.

Trotzdem vermisst die junge Kinderärztin ihre Heimat, wenn es auch nur Kleinigkeiten sind. Auf einen feinen Cappuccino zum Beispiel oder auf unkompliziertes Einkaufen freut sie sich, wenn sie im nächsten Jahr zurück in die Schweiz kommt.

Gespielte Musik

Moderation: Marietta Tomaschett, Redaktion: Ladina Spiess