Mischa Damev – Weltbürger mit Tiefgang

  • Sonntag, 8. Januar 2017, 15:03 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Sonntag, 8. Januar 2017, 15:03 Uhr, Radio SRF 1
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 10. Januar 2017, 21:03 Uhr, Radio SRF 1

Im Alter von zehn Jahren floh Mischa Damev mit seiner Familie aus dem seinerzeit kommunistischen Bulgarien in die Schweiz. Dadurch hat der heutige musikalische Leiter der Direktion Kultur und Soziales des Migros-Genossenschaftsbundes früh gelernt, sich verschiedenen Kulturen anzunähern.

Mischa Damev im Porträt.
Bildlegende: «Die Kunst bietet den Menschen die Möglichkeit, ihre eigenen Gefühle und Gedanken bewusst wahrzunehmen». Petra Ketterer.

Heute betrachtet er sich als eine Art Hors-sol-Pflanze, die ihre Wurzel überallhin mitträgt.

Kindheit in Bulgarien und Zofingen
Der 53-jährige Intendant, Dirigent und ausgebildete Pianist aus Sofia erhielt seinen ersten Musikunterricht von seinem Grossvater Michael Lefterov, einem bekannten bulgarischen Dirigenten. Als er 1973 in die Schweiz zog, sprach er kein Deutsch, doch die Musik schlug damals die notwendige Brücke zu seinen Kameraden. Sein künstlerisches Talent erlaubte ihm, Kommunikationsmöglichkeiten zu schaffen und Interesse zu wecken. Später wurde Mischa Damev unter anderem auch künstleri-scher Leiter des internationalen Orpheum Festivals für junge Solisten.

Beruflicher Seitenwechsel
Vor zehn Jahren hat der Künstler die Seiten gewechselt, indem er den Schritt in die Privatwirtschaft wagte. Doch letztlich unterscheide sich die Geschäftswelt nicht wesentlich von der Kunst. Jeder Musiker sollte auch eine unternehmerische Seite entwickeln, weil er sich auf dem Markt langfristig bewähren und sich verkaufen müsse, meint Damev.

Musikalisches Erbe weitertragen
Der musikalische Leiter der Direktion Kultur und Soziales des Migros-Genossenschaftsbundes hat sich nicht nur zum Ziel gesetzt, junge Talente zu fördern und abwechslungsreiche Konzerte zu moderaten Preisen für sämtliche Bevölkerungsschichten anzubieten. Er ist auch überzeugt, dass der klassischen Musik Sorge getragen werden muss, weil diese auch identitätsstiftend ist. Deshalb befürwortet er die musikalische Frühförderung in diversen Institutionen, ganz im Sinne von: «Die Musik soll in erster Linie Begeisterung auslösen, denn sie kann als Spiegelbild des Menschen und dessen Seele betrachtet werden.»

Gespielte Musik

Moderation: Mike La Marr, Redaktion: Nathalie Zeindler