Omara Portuondo: «Zeitreise durch Kuba»

Sie ist eine der letzten grossen Diven Lateinamerikas. Mit 84 Jahren blickt die Grande Dame des Buena Vista Social Clubs auf ihr turbulentes Leben zurück und lässt dabei fast ein Jahrhundert kubanische Musikgeschichte Revue passieren.

Porträt Omara Portuondo.
Bildlegende: Die Muse des Buena Vista Social Clubs: Omara Portuondo. Keystone

Omara Portuondo ist in Kuba eine nationale Institution der Musikszene. Von ihrer Kindheit in Havannas Viertel Cayo Hueso als Tochter eines schwarzen Baseballstars und einer reichen Spanierin zur frühen Karriere als Tänzerin im berühmten Cabaret Tropicana führten sie ihre ersten Schritte. Als «Verlobte des Filin» sang sie romantische Lieder, begegnete mit dem Frauenensemble Cuarteto D'Aida in den Fünfzigern Nat King Cole.

Ihr Debüt als Solokünstlerin nahm sie in den Wirren der Revolution auf, wandelte dann als Vertreterin Kubas auf den Bühnen der internationalen Gesangswettbewerbe sozialistischer Staaten. Schliesslich der späte Ruhm in Konzertsälen der ganzen Welt und auf der Leinwand: Als Duettpartnerin von Ibrahim Ferrer und Compay Segundo war sie die Muse des Buena Vista Social Clubs, mit dem sie 2015 nun auf Abschiedstournee geht. Gleichzeitig beschwört sie mit ihrem aktuellen Album nochmals die «Mágia Negra» herauf, die in ihrer Musik immer präsent war: ob afrokubanisch getränkt, brasilianisch angetupft, ob in herzzereissenden Boleros, funkig aufgeladenem Pop oder feurigem Mambo.

Während sich die 84-jährige an all das in einem warmherzigen Interview erinnert, entsteht vor den Augen und Ohren der Zuhörer ein spannendes Kopfkino. Omara Portuondo nimmt uns mit auf eine Zeitreise durch die kubanische Musikhistorie.

Erstausstrahlung: 20.02.15

Redaktion: Stefan Franzen