Aus Salzburg: Mariss Jansons dirigiert Schostakowitsch

Schostakowitschs «Lady Macbeth» kostete den Komponisten fast Kopf und Kragen. In Salzburg war diesen Sommer eine hochsensible Aufführung dieser Skandaloper zu erleben.

Ein Dirigent in Aktion
Bildlegende: Mariss Jansons Keystone

Und zu verdanken war das in erster Linie dem Dirigenten Mariss Jansons, einem sehr erfahrenen Schostakowitsch-Interpreten, und der herausragenden Darstellerin der Hauptfigur, der Sopranistin Nina Stemme.

Schostakowitschs Oper bringt die menschlichen Triebe mit ihrem Rammeln und Röcheln musikalisch lautmalerisch auf die Bühne, dazu die Nöte der körperlich Getriebenen, die oftmals nahe an eine Karrikatur kommen.

Nina Stemme, unterstützt von Mariss Jansons, sorgt für einen Kontrapunkt: Sie habe - wie es in einer Kritik der FAZ zu lesen war - für Herzenswärme, Güte, Sehnsucht nach Mutterschaft und Lebensfreude Stimme und Haltung und finde für die Rechtmäßigkeit ihrer Sehnsucht einen Ton.

Dmitri Schostakowitsch: Lady Macbeth von Mzensk. Oper in vier Akten

Wiener Philharmoniker
Wiener Staatsopernchor
Mariss Jansons, Leitung
Nina Stemme, Sopran (Katerina Ismailowa)
Dmitry Ulyanov, Bass (Boris Ismailow)
Maxim Paster, Tenor (Sinowi Ismailow)
Brandon Jovanovich, Tenor (Sergej)
Evgenia Muraveva, Sopran (Aksinja / Zwangsarbeiterin)
Andrei Popov, Tenor (Der Schäbige)
Oleg Budaratsky, Bass (Hausknecht / Wächter)
Igor Onishchenko, Bariton (Mühlenarbeiter)
Vasily Efimov, Tenor (Kutscher / Lehrer)
Stanislav Trofimov, Bass (Pope)
Alexey Shishlyaev, Bariton (Polizeichef)
Valentin Anikin, Bass (Polizist / Sergeant)
Ksenia Dudnikova, Mezzosopran (Sonjetka)
Andrii Goniukov, Bass (Alter Zwangsarbeiter)
Gleb Peryazev, Bass (Verwalter)
Oleg Zalytskiy, Tenor (1. Vorarbeiter / Betrunkener Gast)
Hyunjai Lee, Tenor (2. Vorarbeiter)
Ilya Kutyukin, Bariton (3. Vorarbeiter)

Aufnahme vom 2. August 2017, Grosses Festspielhaus, Salzburg (Salzburger Festspiele)

Redaktion: Moritz Weber