Aus St. Gallen: Eine Messe des Opernkomponisten Alfredo Catalani

Bereits als Kompositionsstudent in seiner Heimatstadt Lucca wurde Alfredo Catalani mit dem Opernvirus infisziert. Kein Zufall, schliesslich war sein Lehrer ein Onkel von Giacomo Puccini!

Schwarzweiss Foto von Alfredo Catalani
Bildlegende: Alfredo Catalani Lehrer war ein Onkel von Giocomo Puccini. Imago/Leemage

Dennoch wusste Catalani schon früh zu differenzieren: Als Abschlussarbeit schrieb er mit 18 Jahren eine Messe in e-Moll und konnte mit dieser gleich einen 1. Preis erringen. Das Stück lässt aufhorchen: Im Gegensatz zu sakralen Werken von Komponistenkollegen wie Rossini oder Donizetti ist Catalanis Messe weit weniger opernhaft, auch wenn sie über berührend schöne Melodien verfügt. Vieles verrät schon hier den ambitionierten Komponisten, der später Italianità mit Elementen der französischen Oper und Richard Wagners Musikdramen zu einem neuen Personalstil verschmilzt.

Chefdirigent Otto Tausk leitet die Wiederentdeckung von Catalanis Messe im Rahmen des Festkonzertes in der Kathedrale St. Gallen.

Anton Bruckner Adagio aus dem Streichquintett F-Dur (Fassung von Stanislaw Skrowaczewski)
Alfredo Catalani: Missa e-Moll (1872)

Sinfonieorchester St. Gallen
Kammerchor Feldkirch
Prager Philharmonischer Chor
Otto Tausk, Leitung
Elena Rossi, Sopran
Alessandra Volpe, Alt
Derek Taylor, Tenor
Levente Páll, Bass

Konzert vom 6. Juli 2017, Kathedrale St. Gallen (St. Galler Festspiele)

Das Konzert steht bis 7 Tage nach Sendedatum zum Nachhören zur Verfügung.

Redaktion: Elisabeth Baureithel