Baldassare Galuppi: Adamo ed Eva. Oratorium zu vier Stimmen

270 Jahre nach der ersten Aufführung in Rom haben die renommierten Tessiner «Barocchisti» Baldassare Galuppis «Adam und Eva» erfolgreich ausgegraben. Ein geistliches Oratorium, das sich opernhaft gibt.

Kopf einer Statue von Baldassare Galuppi
Bildlegende: Statue des italienischen Komponisten in Venedig. Imago/imagebroker

Galuppi war einer der anregendsten italienischen Komponisten des 18. Jahrhunderts, in London ebenso bekannt wie in Wien oder in St. Petersburg. Dass er ein gewiefter Theater-Musiker war, lässt sich auch in diesem «Oratorio a quattro voci» mit den beiden Hauptfiguren Adam und Eva erkennen. Auch wenn es ein geistliches Sujet ist und die Zuhörenden hier eine spirituelle Erfahrung suchten: Musikalisch hat der Opern-Komponist seine deutlichen Spuren hinterlassen. Und so gibt es neben dem ersten Liebespaar - dramaturgisch wirksam - auch zwei Gegenspieler: einen Engel der Gerechtigkeit und einen Engel der Barmherzigkeit.

Für diese erste Aufführung des Werks in moderner Zeit stützen sich die «Barocchisti» mit ihrem Leiter Diego Fasolis auf eine kritische Edition des Original-Manuskripts, das im Archivio della Congregazione Filippina in Rom aufgewahrt wird.

I Barocchisti
Coro della Radiotelevisione Svizzera
Diego Fasolis, Leitung
Vassilis Kavayas Tenor
Roberta Mameli, Sopran
Liudmila Veliskaya, Sopran
Yuriy Mynenko, Altus

Konzert vom 14. Mai 2017, Auditorio RSI, Lugano

Dieses Konzert steht bis 30 Tage nach Sendetermin zum Nachhören zur Verfügung.

Redaktion: Norbert Graf