Christoph Willibald Gluck: Armide

Christoph Willibald Gluck war einer der grossen Reformatoren der Operngeschichte. Seine «Armide» war diese Saison in Amsterdam auf der Bühne zu erleben.

Wut und Liebe, beides durch den Bann eines Zaubers auseinandergehalten, sind die grundlegenden Zutaten im Libretto von Philippe Quinault, das Gluck 1777 vertonte. Bereits Jean-Baptiste Lully hatte diese Geschichte einer irrsinnigen Liebe vertont, Christoph Willibald Gluck geriet sie hundert Jahre später dramaturgisch einiges wendiger und direkter. Er selbst hielt die Oper für sein bedeutendstes musikalisches Werk.

Zum 300. Geburtstag des Komponisten hat die Oper Amsterdam dieses heute selten aufgeführte Werk auf die Bühne gebracht und sich dafür musikalische Spitzenleute geholt: Den Dirigenten Ivor Bolton, der in der musikalischen Welt zwischen Barock und Klassik bestens zu Hause ist, und die Sopranistin Karina Gauvin in der Titelrolle: «Vom ersten Aufatmen bis zum letzten Ton eine Powerfrau», wie ein Kritiker festhielt, und die am Schluss der Oper auch den längsten Liebestod singen kann vor Wagners Isolde.

Christoph Willibald Gluck: Armide
Oper in 5 Akten auf ein Libretto von Philippe Quinault

Karina Gauvin, Sopran (Armide)
Frédéric Antoun, Tenor (Renaud)
Karin Strobos, Sopran (Phénice)
Ana Quintans, Sopran (Sidonie)
Andrew Foster-Williams, Bariton (Hidraot)
Diana Montague, Alt (La Haine)
Sébastien Droy, Tenor (ein dänischer Kreuzritter)
Henk Neven, Bariton (Ubalde, ein Ritter)
Ana Quintans, Sopran (Dämon in der Gestalt von Lucinde / Schäferin)
Suzana Ograjensek, Sopran (Dämon in der Gestalt von Melissa / Najade)
Henk Neven, Bariton (Aronte)
Sébastien Droy, Tenor (Artémidore)
Francesca Russo Ermolli, Sopran (Le Plaisir)

Chor der Nederlandse Opera
Niederländisches Kammerorchester
Leitung: Ivor Bolton

Aufnahme vom 17. Oktober 2013, De Nederlandse Opera Amsterdam

Redaktion: Gabriela Kaegi