Christoph Willibald Gluck: Orphée et Eurydice. Oper in 3 Akten

Wirklich von den Bühnen verschwunden ist Glucks Orpheus-Vertonung in den 250 Jahren seit ihrer Entstehung nicht, dafür ist sie viel zu lebensprall. Und voller Leben klingt auch diese Aufführung aus London.

Dirigier-Altmeister John Eliot Gardiner sorgt dafür, dass in diesem Stück, das sich so um den Tod dreht, das Leben seinen Platz erhält. Zumindest musikalisch betrachtet. Und auch der Tenor Juan Diego Florez, dem hier als Orpheus die Hauptrolle zufällt und der die schweren Bravourarien, die Gluck für die Pariser Fassung der Oper komponierte, auch mit Bravour singt.
Orpheus mag zwar die Hauptrolle in diesem Stück sein, doch nicht alles dreht sich um den antiken Sänger, der seine Verstorbene aus der Unterwelt holen will. Denn da sind auch ein Chor und vor allem ein Orchester, denen Gardiner hörbar Präsenz verleiht. Und auch sichtbar: Wurden die Musikerinnen und Musiker in dieser Aufführung doch nicht unten im Graben versorgt, sondern hochgeholt auf die Bühne und also mitten hinein ins Geschehen.

English Baroque Soloists
Monteverdi Choir
John Eliot Gardiner, Leitung
Juan Diego Flórez, Tenor (Orphée)
Lucy Crowe, Sopran (Eurydice)
Amanda Forsythe, Sopran (Amour)

Aufführung vom 17. Oktober 2015, Royal Opera House, Covent Garden, London

Redaktion: Gabriela Kaegi