Der stotternde Prophet von Péter Eötvös

Wichtige Dinge müssen gesagt werden, auch wenn es nur stotternd möglich ist: Der Ungar Péter Eötvös komponiert ein Oratorium für unsere Zeit.

Péter Eötvös
Bildlegende: Péter Eötvös ZVG / Istvan Huszt

Ein Oratorium in einer Zeit, in der nur noch eine Minderheit an Gott glaubt? Da darf der Engel besoffen sein, der Prophet ein Stotterer und der Chor inbrünstige Hallelujas anstimmen.

Auf der Erkundung nach Gott in einer Welt zwischen 9/11 und anderen Grausigkeiten gibt es aber nicht einfach nur ironische Distanz. «Gott» ist in diesem Stück, zu dem der Schriftsteller Péter Esterhazy den Text liefert, vielmehr eine Arbeitshypothese. Und somit trotz aller Groteske von aktueller Brisanz und Tiefgründigkeit.

Das neue Werk von Péter Eötvös, der in der laufenden Saison den «Creative Chair» beim Tonhalle-Orchester Zürich innehat, wird am 22. März 2017 als Schweizer Erstaufführung auch in Zürich zu hören sein.

Péter Eötvös: Halleluja. Oratorium balbulum (Uraufführung)
Johannes Brahms: Variationen über ein Thema von Joseph Haydn op. 56a
Gustav Mahler: Adagio aus Sinfonie Nr. 10

Wiener Philharmoniker
Ungarischer Radiochor
Daniel Harding, Leitung
Iris Vermillon, Mezzosopran
Topi Lehtipuu, Tenor
Peter Simonischek, Erzähler

Konzert vom 30. Juli 2016, Grosses Festspielhaus, Salzburg (Salzburger Festspiele)

Dieses Konzert können Sie 7 Tage nach Sendetermin nachhören.

Redaktion: Corinne Holtz