Deutsch-französische Freundschaft: Rousset, Telemann und Rameau

Deutschland und Frankreich: Das sind zwei grosse Musikernationen, die sich öfter argwöhnisch beäugt als sich konstruktiv miteinander beschäftigt haben. Georg Philipp Telemann ist da eine grosse Ausnahme.

Eine Reise nach Paris ist ein lang gehegter Wunsch des Hamburger Operndirektors. Als sie 1737 Realität wird, bleibt Telemann auch ganze acht Monate in der französischen Metropole.
In Paris ist damals gerade Rameaus Tragédie en musique «Castor et Pollux» das grosse Thema; Telemann lernt die bekannten Musiker der Stadt persönlich kennen und veröffentlicht Werke im Verlag Ballard, genau wie die Kollegen Lully oder Rameau auch. Es ist eine Reise des musikalischen Austausches, begleitet von «allgemeiner Ehre» und «gehäuften Höflichkeiten», wie Telemann berichtete.
Das international renommierte Alte-Musik-Ensemble «Les Talens Lyriques» mit seinem Leiter Christophe Rousset spürt diesem Länder-Verhältnis in einem ausgeklügelten Konzertprogramm nach.

Georg Philipp Telemann: Orchestersuite g-Moll, TWV 55:g1 «La musette»
Georg Philipp Telemann: Zwei Arien aus der Oper «Orpheus», TWV 21:18: «Hélas! Quels soupirs me répondent», «C'est ma plus chère envie»
Georg Philipp Telemann: Orchestersuite B-Dur, TWV 55:B5 «Les Nations»
Jean-Philippe Rameau: Le berger fidèle. Kantate für Singstimme, Streicher und Basso continuo
Jean-Philippe Rameau: Les Fêtes de l'Hymen et de l'Amour. Orchestersuite aus der Operá-ballet

Les Talens Lyriques
Christophe Rousset, Leitung
Ann Hallenberg, Mezzosopran

Konzert vom 26. November 2017 , Laeiszhalle Hamburg

Redaktion: Martina Papiro